Geschrieben am 25.08.2020 2020-08-25| Aktualisiert am
25.08.2020
Besucht am 30.08.2018Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 36 EUR
Gleich zwei Restaurants sind unter dem Namen "Schnitzelei" in Berlin zu finden. Ich besuchte an einem Abend im August 2018 die Dependance im Stadtteil Mitte und möchte euch hier von meinen damals gemachten Eindrücken berichten.
Natürlich ist bei dieser Gaststätte der Name auch Programm. Wem es also nach einer der beliebtesten Speisen der Deutschen dürstet, vertraut zunächst sicherlich darauf, hier auf ansprechende Qualität zu treffen.
Für mich persönlich war es aber noch ein weiterer Aspekt der Speisekarte, der mich auf die "Schnitzelei" aufmerksam machte: die sogenannten „deutschen Tapas“. Fisch- und Fleischklassiker, aber auch vegetarische Gerichte der "deutschen" Küche können hier in Tapas-Portion ausprobiert werden. Das klang für mich nach einer perfekten Speise, da ich Abwechslungsreichtum sehr schätze und gerne mehrere kleine Sachen probiere.
Ein paar Wörter zur Einrichtung des Restaurants, welches zunächst recht versteckt im Innenhofbereich eines Wohnblocks zu finden ist und daher häufig sicherlich gar nicht auf Anhieb gefunden wird. Der Beliebtheit scheint diese Lage aber keinen Abbruch zu tun, war das Restaurant doch zur Zeit meiner spontanen Einkehr fast komplett ausgebucht. Vielmehr zeigt sich ein Vorteil dieser Lage, da man zumindest vom Lärm der Hauptstraße hier nicht beeinträchtigt wird. Auch innerhalb des schlicht aber auch modern eingerichteten Gastraums sind die Sitzmöglichkeiten in großzügigen Abständen platziert, sodass sich die Lautstärke gut verteilt. Natürlich existierte auch ein Außenbereich und auch an der Bar gibt es ein paar Sitzmöglichkeiten. Eben die Letztgenannten ermöglichten es mir damals, auch ohne Reservierung noch in die "Schnitzelei" einkehren zu können, da sie für Einzelgäste fast immer frei waren. Innenansicht.
In Sachen Bedienung lässt sich ebenfalls ein positives Fazit ziehen. Trotz vollem Restaurant wurde für mich als spontanem Gast wie erwähnt gern noch ein Plätzchen gesucht und gefunden. Zur Hauptspeise hin war die Wartezeit zwar etwas lang, aber auf meine Nachfrage wurde freundlich und umgehend eingegangen, sodass ich mir nicht vollkommen vergessen vorkam.
Die abschließende Bezahlung ging dann wieder fix von statten.
Wie gesagt interessierten mich vor allem die "deutschen Tapas" sehr. Dabei lassen sich aus einer breiten Auswahl 3,6 oder 9 Schälchen bestellen, die dann auf einem Holzbrett angeordnet übersichtlich und gut transportierbar an den Tisch kommen.
Die Auswahlmöglichkeiten reichen dabei von Berliner Currywurst und Bouletten über Fischfrikadellen oder Forellenmousse bis hin zu Obazda sowie Graupen-Salat und lassen damit also keine Wünsche offen.
Ich wollte natürlich "All-In" gehen und ließ mir deshalb folgende 9 Kleinigkeiten servieren: "Deutschen Tapas".
Geschmacklich stachen unter den Kreationen für mich persönlich vor allem die trotz kleiner Größe optimal gegarten Minikartoffeln mit einem aromatischen und durch Leinöl geschmeidigem Kräuterquark sehr positiv heraus (im Bild ganz links).
Auch die schön lockeren und saftigen Fischfrikadellen mit passender Säure und intensiven Dillaroma in der dazu gereichten Remoulade blieben mir gut in Erinnerung (im Bild die 4. Schale von links).
Selbst die kleinen Pflaumen im Speckmantel waren für mich mit noch krossem Speck, sowie einer gut gelungenen Balance aus Süße und Salzigkeit tadellos (im Bild die 4. Schale von rechts).
Eine gute Leistung wurde z.B. beim cremigen Ziegenfrischkäse mit Karamellhaube und Thymian hingelegt (im Bild die 3. Schale von rechts).
Auch die Mini-Kohlrouladen überzeugten mit einer noch saftigen Fleischfüllung, wobei ich mir die dazu gereichte Speck-Stippe noch etwas kräftiger gewünscht hätte (im Bild ganz rechts).
Ebenso saftig waren auch noch die kleinen Bouletten, die klassisch von Senf begleitet wurden, welcher die annoncierten Bärlauch-Noten aber nicht wie so wie erhofft einhalten konnte (im Bild die 2. Schale von links).
Kleine Blutwurstabschnitte hätten für meinen Geschmack noch etwas schärfer angebraten sein können, wohingegen das dazu gereichte Apfelkompott aber mit der Säure eingearbeiteter Granatapfelkerne positiv überraschte (im Bild die 3. Schale von links).
Verschweigen will ich aber auch nicht z.B. den Tomaten-Bierbrot-Salat, der auf Grund der ungewürzten Tomaten und den kleinen Bierbrot-Croutons, die ein Bieraroma leider keineswegs erahnen ließen, eher geschmacksneutral war (im Bild die 3. Schale von rechts).
Mehr Geschmack hätte ich mir auch vom zum an sich knackig und frischen Gartengemüse gereichten Rote-Beete-Walnuss-Dip erhofft, bei dem der typisch erdige Geschmack nur leicht hervortrat und von der Walnuss eher nichts zu erschmecken war (im Bild die 2. Schale von rechts).
Insgesamt brachten die Tapas mit Höhen und Tiefen aber die erhoffte geschmackliche Abwechslung, wobei 19,5 € für 9 Schälchen zwar schon ein ziemlich stolzes Sümmchen aber noch zu verkraften sind.
Zudem wollte ich mich natürlich von der Kernkompetenz des Restaurants überzeugen: den verschiedenen Gerichte rund um das Schnitzel. So sollte es das Cordon Bleu von der Brust vom Paderborner Maishähnchen sein, welche mit Truthahnschinken und Emmentaler gefüllt war und zu dem Gartengemüse und Bratkartoffeln gereicht wurden. 16,5€ wurden für dieses Gericht verlangt. Cordon Bleu von der Brust vom Paderborner Maishähnchen mit Gartengemüse und Bratkartoffeln.
Das Cordon Bleu wurde mit wunderbar krossen Kruste serviert. Das Maishähnchenfleisch war gut gegart und damit keineswegs trocken, was bei Geflügel ja gerne sehr schnell der Fall sein kann.
Auch die Füllung erfüllte die geschmacklichen Erwartungen und war in ansprechender Menge portioniert.
Das Gemüse hätte hingegen wirklich noch etwas knackiger sein können, war aber nicht komplett übergart. Allerdings kam ich an Salz- und Pfefferstreuer hier keineswegs vorbei. Auch die ansonsten ordentlich zubereiteten Bratkartoffeln hatten würztechnisch das gleiche Manko wie das Gemüse. Bei einem Gericht mit einer kräftigen Sauce wäre das vielleicht kein Problem gewesen, da eine solche aber hier fehlte, machten die Beilagen doch einen recht geschmacksneutralen und auch etwas trockenen Eindruck.
Ein bisschen mehr hätte man aus dem Gericht also durchaus noch rausholen können, als geschmacklicher Reinfall kann es aber keinesfalls bezeichnet werden.
So bescherte mir die Schnitzelei also auch ohne Reservierung einen durchaus gelungenen Abschluss des Tages im Zentrum der Hauptstadt. Während die "deutschen Tapas" eine wirklich gut umgesetzte Abwechslung waren, gab es für mich bei der Hauptspeise noch einige Sachen, die kulinarisch auf diesem Preisniveau durchaus besser gehen.
Gleich zwei Restaurants sind unter dem Namen "Schnitzelei" in Berlin zu finden. Ich besuchte an einem Abend im August 2018 die Dependance im Stadtteil Mitte und möchte euch hier von meinen damals gemachten Eindrücken berichten.
Natürlich ist bei dieser Gaststätte der Name auch Programm. Wem es also nach einer der beliebtesten Speisen der Deutschen dürstet, vertraut zunächst sicherlich darauf, hier auf ansprechende Qualität zu treffen.
Für mich persönlich war es aber noch ein weiterer Aspekt der Speisekarte, der mich auf die... mehr lesen
Schnitzelei Mitte
Schnitzelei Mitte€-€€€Restaurant03032519422Chausseestraße 8, 10115 Berlin
3.5 stars -
"Interessante Auswahl mit "deutschen Tapas", aber insgesamt geschmacklich noch mit Luft nach oben." NoTeaForMeGleich zwei Restaurants sind unter dem Namen "Schnitzelei" in Berlin zu finden. Ich besuchte an einem Abend im August 2018 die Dependance im Stadtteil Mitte und möchte euch hier von meinen damals gemachten Eindrücken berichten.
Natürlich ist bei dieser Gaststätte der Name auch Programm. Wem es also nach einer der beliebtesten Speisen der Deutschen dürstet, vertraut zunächst sicherlich darauf, hier auf ansprechende Qualität zu treffen.
Für mich persönlich war es aber noch ein weiterer Aspekt der Speisekarte, der mich auf die
Geschrieben am 21.08.2020 2020-08-21| Aktualisiert am
21.08.2020
Besucht am 30.09.2017Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 235 EUR
Als bereits seit langer Zeit durchgehend mit 2 Sternen im Michelin und 19/20 Punkten im Gault Millau prämiertes Restaurant stand das im "Fairmont 4 Jahreszeiten Hotel" gelegene Restaurant "Haerlin" schon immer sehr weit oben auf meiner "Fine-Dining-Wunschliste". Auch die ruhige und bodenständige Art von Chefkoch Christoph Rüffer, die man bei seinen manchmal stattfindenden Fernsehauftritten sehen kann, machten und machen mir das Restaurant zusätzlich sympathisch, verspricht sie doch eine ebenso präzise und auf den Wohlgeschmack und weniger "Provokation" ausgerichtete Küchenphilosophie.
Mit viel Vorfreude machte ich mich dann an einem Freitagabend im September 2017 in Erwartung kulinarischer Sternstunden also auf den Weg in die große Hansestadt an der Elbe.
Gerne nehme ich dabei vorweg, dass diese Vorfreude mehr als erfüllt wurde. Außenansicht. Innenansicht.
Schon durch die Lounge-artige Aufmachung des Interieurs mit seinen bequemen Sesseln bzw. Couch-Ecken und den leicht grünlichen Farbtönen kam bei mir vom ersten Moment an ein entspanntes Wohlgefühl auf. Für heutige Zeiten wirkt das Interieur vielleicht ein wenig zu sehr auf luxuriös und pompös gemacht, aber als erdrückend habe ich es nicht empfunden. Wer sich an dem großen, beeindruckenden gläsernen Weinregal nicht satt sehen kann, der kann auf der anderen Seite den Blick über die Hamburger Alster schweifen lassen.
Bedient wurde ich während dieses Abends von unterschiedlichen Männern und Frauen des durchaus
jungen Serviceteams, die allesamt sehr charmant und freundlich waren. Vor allem der junge Mann, der mich auch bei der alkoholfreien Getränke-Begleitung beriet, war sehr locker, aufgeschlossen und sorgte für entspannten Smalltalk. Trotzdem agierten sie auch immer professionell und aufmerksam und hat damit nichts Anderes als 5/5 Sternen verdient.
Zum Zeitpunkt meines wurden zwei verschiedene, feste Menüs angeboten. "Die große Gaumenparty" mit 6 Gängen zuzüglich Amuse Bouche, Predessert und Petit Fours für 185,00€ und "Die kleine Aromenbehandlung" in 4 Gängen zuzüglich des gleichen Amuse Bouche, Predessert und Petit Fours für 145,00€. Heute sind die Preise sicherlich leicht gestiegen, sind aber auch stets auf der Speisekarte im Internet vorher einsehbar
Ich entschied mich natürlich für "Die große Gaumenparty". ;-)
Eine Eigenheit des "Haerlin" lernte ich bei diesem Besuch ebenfalls sehr schätzen. So wird zu jeder einzelnen Speise ein Kärtchen vom Service mit auf den Tisch gestellt, in dem alle Bestandteile des vor einem stehenden Kunstwerk erläutert werden. Das nimmt nicht nur dem Service langwierige (und meist doch trotzdem in Vergessenheit geratene) Vorträge ab, sondern freut so kulinarisch interessierte Personen wie mich noch mehr. Zudem kann man sie als Andenken ganz einfach mit nach Hause nehmen und sich so für die Erinnerung an ein schönes Menü behalten.
Als Aperitif wurde mir als alkoholfreie Alternative eine Apfel-Secco angeboten, der den Appetit fein und schön prickelnd weiter förderte. Apfel-Secco als alkoholfreier Aperitif.
Den Auftakt des folgenden "Amuse Bouche"-Trios legte ein "Burratakissen mit Koriander" hin. "Burratakissen mit Koriander".
Der Burrataschaum unglaublich fluffig und fein. Dem krossen
Hefeteigkissen gab der wunderbar fluffige Burrateschaum eine schöne Fülle, welche das fruchtige Chutney passend auflockerte. Schon diese erste Kleinigkeit entpuppte sich als großartige Kombination
hinsichtlich Konsistenzen und Aromen.
Als 2. Amuse Bouche folgten "Junge Karotten mit Fenchelpollensud & Schildampfer". "Junge Karotten mit Fenchelpollensud & Schildampfer".
Erneut war es wirklich beeindruckend, wie verdichtet die Aromen daherkamen: trotz der geringen Dosierung waren sie intensiv und trotzdem ausgeglichen. Vor allem der Fenchel war sehr fein dosiert und passte sehr gut zur süße der Karotten. Die kleinen Möhrenstücke brachten schließlich noch den nötigen Biss in das Gericht.
Abgeschlossen wurde der Amuse Bouche Reigen mit "Warm geräuchertem Faröer Lachs im fruchtigen Olivenöltee". "Warm geräuchertem Faröer Lachs im fruchtigen Olivenöltee".
Der Lachs zerschmolz sprichwörtlich auf der Zunge. Dem stellten die kleinen krossen Speckwürfel einen optimalen Kontrast entgegen. Eine Creme schmeckte deutlich nach Sellerie und hatte eine leichte Meerrettich-Note. Krönung war der fruchtige Olivenöl-Tee, der sogar Aromen von Himbeere und Erdbeere aufwies. Diese leichte Schärfe und Fruchtigkeit begleitete somit Lachs und Speck perfekt.
Es folgten kleine, hausgemachte Sauerteig- und 5-Korn-Brötchen in Muffinform die außen wunderbar rösch waren und eine noch warme und fluffige Krume hatten. Hausgemachte Sauerteig- und 5-Korn-Brötchen mit Sauerkraut-Quarkcreme (links) und "Heu-Butter" (Mitte).
Dazu gab es Quarkcreme mit Sauerkraut und Schnittlauch (links), sowie aufgeschlagene, gesalzene Heu-Butter mit etwas Heu-Staub (Mitte). Vor allem die Quarkcreme hatte eine tolle Konsistenz und versprühte tatsächlich ein leicht säuerliches Krautaroma.
Der "richtige" 1. Gang nannte sich "Tomatenselektion "Kleverhof" mit geröstetem Pfeilkalmar". "Tomatenselektion "Kleverhof" mit geröstetem Pfeilkalmar".
Einfach beeindruckend, wie vielfältig man Tomaten präsentieren kann. Das weiße Tomateneis so intensiv, dazu die knusprigen Kartoffel-Tomatenchips für den Crunch. Die Pfeilkalmare hatten einen herrlichen Biss und waren in keinster Weise gummiartig und glänzten zudem mit tollen Röstaromen. Ganz toll war auch der mit Oregano aromatisierte Sud, der Erinnerungen an Tomaten-Mozzarella-Salat hervorbrachte.
Jedes Einzelteil perfekt und auch das Ganze so schlüssig und abwechslungsreich.
Weiter ging es mit "Grünem Gartengemüse mit Kaisergranat & Verveine". "Grünem Gartengemüse mit Kaisergranat & Verveine".
Auch hier offenbarte sich wieder Kochperfektion bis in jedes Detail. Erbsen und Saubohnen überzeugten mit ihrer frischen Knackigkeit und auch der Kaisergranat hatte einen herrlich festfleischigen Biss. Dazu erfrischte der zitronige Sud, der durch das Krustentieröl gleichsam würzig war. In Erinnerung blieb auch besonders die Zwiebelcreme, die leicht süßlich war und trotzdem an süchtig machende Röstzwiebeln erinnerte.
Auch beim 3. Gang blieb man mit "Glattbuttfilet mit Blumenkohlsahne & Kaviar" ganz im Meer. "Glattbuttfilet mit Blumenkohlsahne & Kaviar".
Wie nicht anders zu erwarten kam der Butt auf den Punkt glasig und mit kräftigem Eigengeschmack daher. Das Kartoffel-Lauch-Ragout hatte eine angenehm cremige Konsistenz und bestacht mit deutlichem Laucharoma. Der Kaviar fügte das nötige Quäntchen Salz hinzu und die Blumenkohlscheiben haptische Abwechslung mit knackigen Biss. Der Petersilienschaum ergänzte die Gesamtkomposition sinnvoll mit seinem intensiven Kräuteraroma.
Beim ebenfalls servierten Glattbutt-Saum trafen kräftige Aromen von Fisch und Fleisch (letztere durch den angenehm salzigen Kalbsjus-Lack) aufeinander und gingen perfekt Hand in Hand.
Mit dem "Schönmoorer Freilandgockel mit Steinpilzen & Albuferajus" kam nun das ersten Mal ein Fleischgang daher. "Schönmoorer Freilandgockel mit Steinpilzen & Albuferajus".
Wenn ein bisschen Jammern auf hohem Niveau erlaubt sein darf, dann war dies nur bei diesem Gericht für mein Empfinden dabei. Die Haut der Brust war zwar schön kross doch das Fleisch kam mir im Mund leider bereits etwas zu trocken und etwas geschmacksneutral daher. Zum Glück versprühte die Jus aber ein wirklich toll intensives Geflügelaroma und auch Trüffel und Haselnuss kamen aromatisch klar zur Geltung. Nur die kleinen Steinpilzstücke und -Würfel unter der Polentascheibe waren, wie auch die Polenta an sich, ebenfalls leider mit nur wenig Geschmack und Würze versehen und ließen somit keinen kulinarischen Mehrwert für das Gericht erkennen.
Beim Finale des herzhaften Menüteils mit dem "Rehrücken aus dem Segeberger Forst mit Ananaskirschen & Wacholder" passte es dann aber wieder zu 100%. "Rehrücken aus dem Segeberger Forst mit Ananaskirschen & Wacholder".
Ein auf den Punkt rosa gebratener Rehrücken begeisterte mich mit seinem intensiven Wildgeschmack, der durch die knusprigen Malzbrösel noch verstärkt wurde. Die tiefgründige Sauce unterstrich diesen Wohlgeschmack zusätzlich. Sehr interessant fand ich zudem die Wacholder-Hollandaise, die an sich
sehr stark nach Wacholder schmeckte, in Kombination mit Sauce und Wild aber eine perfekte Balance einging. Klasse war auch das sämige Artischockenpüree und der ebenfalls mit Püree gefüllte Boden, der passend mit knusprigen Artischockenstückchen gespickt war. So füllten Ananaskirschen und Preiselbeeren noch die fruchtig-süßlich Lücke im alle Geschmacksknospen ansprechenden Ensemble.
Ganz toll fand ich auch die alkoholfreie Begleitung in Form eines intensiven, roten Traubensaftes, der wunderbar zum kräftigen Wild passte. Alkoholfreie Begleitung zum Rehrücken.
Das Predessert "Steinklee mit Sternrenette, Kopfsalat & Erdnuss" schlug nun die Brücke zum süßen Abschluss des Menüs. "Steinklee mit Sternrenette, Kopfsalat & Erdnuss".
Und dieser lieferte mir gleich einmal einen echten "Wow-Effekt" und ein für mich ganz neues Geschmackserlebnis. Der gemüsige und an Wald erinnernde Teil in Form des Kopfsalates und Klees bereicherte den Dessertcharakter, der vor allem durch die herrliche Vanillecreme in dem grauen "Stein" und das süß-säuerliche Apfelkompott erzeugt wurde auf eine faszinierende und unerwartete Art und Weise. Die Erdnüsse sorgen dann dafür, dass auch der nussige und crunchige Part perfekt abgedeckt wird.
Ein sich ins kulinarische Gedächtnis wahrlich einbrennendes Gericht.
Das Haupt-Dessert dreht sich dann um "Altländer Kirschen mit Holunderblüten & Eppendorfer Sommertau". "Altländer Kirschen mit Holunderblüten & Eppendorfer Sommertau".
Auch hier servierte die Patisserie eine traumhafte Variation von Kirsche und Holunder in allen Facetten von Konsistenz und Temperatur. Ganz interessant fand ich zudem den a part gereichten Chip mit Joghurtcreme, der an ein crunchiges Joghurt-Müsli erinnert.
Mit den natürlich ebenfalls sehr guten Petit Fours namens „Hamburg meine Perle" fand die Gaumenparty dann leider auch schon ihr Ende. Petit Fours „Hamburg meine Perle".
Fast jeder Gang der "Großen Gaumenparty" (den Freilandgockel muss ich da leider etwas rausnehmen) glänzte nicht nur mit einer großartigen Vielfalt, sondern vor allem mit Perfektion und höchster Produktqualität bei allen Komponente und Details.
Intensive und tiefgründige Aromen entfalten sich so auf jeder kleinen Gabel und jedem Löffel im Mund. Trotzdem formt sich dabei um jedes Gericht ein schlüssiger Kreis der Geschmacksrichtungen und Konsistenzen.
So fällt es wirklich leicht, über jeden einzelnen Gang einen kleinen Roman schreiben zu können. ;)
Ich persönlich kann nach dieser kulinarischen Erfahrung nur meinen großen Respekt und meine große
Bewunderung für die Leistung und Leidenschaft von Herrn Rüffer und seinem Team
aussprechen, die sich so eindrucksvoll in den Gerichten wiederspiegelte. Wenn man im Genuss mehrmals innehalten und die Augen schließen muss, dann geht es doch wirklich nicht besser. Gerade das Predessert "Steinklee mit Sternrenette, Kopfsalat & Erdnuss" war dabei in seiner Fusion von Kräuteraromen und Gemüse mit fruchtigen und klassisch süßlichen Aromen eine kulinarisch sogar gänzlich neue Erfahrung für mich.
Es war also einfach von vorn bis hinten ein Erlebnis im 7. Himmel, an dem meiner (und ich denke auch einiger andere) Meinung nach definitiv mehr als nur 2 Sterne leuchten sollten. ;-)
Als bereits seit langer Zeit durchgehend mit 2 Sternen im Michelin und 19/20 Punkten im Gault Millau prämiertes Restaurant stand das im "Fairmont 4 Jahreszeiten Hotel" gelegene Restaurant "Haerlin" schon immer sehr weit oben auf meiner "Fine-Dining-Wunschliste". Auch die ruhige und bodenständige Art von Chefkoch Christoph Rüffer, die man bei seinen manchmal stattfindenden Fernsehauftritten sehen kann, machten und machen mir das Restaurant zusätzlich sympathisch, verspricht sie doch eine ebenso präzise und auf den Wohlgeschmack und weniger "Provokation" ausgerichtete Küchenphilosophie.
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Restaurant Haerlin im Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten
Restaurant Haerlin im Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten€-€€€Sternerestaurant04034940Neuer Jungfernstieg 9-14, 20255 Hamburg
5.0 stars -
"Ein Hochgenuss in jeder Hinsicht, der weiterhin gut in Erinnerung bleibt." NoTeaForMe
Als bereits seit langer Zeit durchgehend mit 2 Sternen im Michelin und 19/20 Punkten im Gault Millau prämiertes Restaurant stand das im "Fairmont 4 Jahreszeiten Hotel" gelegene Restaurant "Haerlin" schon immer sehr weit oben auf meiner "Fine-Dining-Wunschliste". Auch die ruhige und bodenständige Art von Chefkoch Christoph Rüffer, die man bei seinen manchmal stattfindenden Fernsehauftritten sehen kann, machten und machen mir das Restaurant zusätzlich sympathisch, verspricht sie doch eine ebenso präzise und auf den Wohlgeschmack und weniger "Provokation" ausgerichtete Küchenphilosophie.
Mit viel
Geschrieben am 18.08.2020 2020-08-18| Aktualisiert am
18.08.2020
Besucht am 27.01.2017Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 70 EUR
Das Miera habe ich hier ja bereits schon einmal mit seinem kleinen Ableger "Nudelbude" angerissen. Nun möchte ich auch einmal eine Erfahrung teilen, welche ich im Januar 2017 im ebenfalls in der Hüxstraße liegenden Hauptrestaurant gemacht habe.
Neben diesen beiden Lokalen in der Lübecker Altstadt betreibt der Inhaber des Miera in der Lübecker Bucht auch in Neustadt bereits seit langer Zeit ein weiteres Restaurant. Sein kleines "Gastro-Reich" bewährt sich somit also schon länger erfolgreich in der Gegend.
Auch ich wollte mich also von der hier gebotenen Qualität der italienischen Küche überzeugen und tat dies in Form eines individuell aus dem a la Carte-Bereich zusammengestellten 5-Gang-Menüs, welches ich bei der Reservierung angefragt hatte. Dieser Wunsch wurde mir glücklicherweise auch gern erfüllt. Außenansicht.
Die durch seinen weinroten Anstrich in der Häuserfassade der Hüxstraße definitiv auffallende Restaurant begrüßt den Gast zunächst mit einer Verkaufstheke, in der verschiedene Anti-Pasti-Spezialitäten auch für den privaten Verbrauch daheim erworben werden können. Auch Soßen, Pasta, Weine uvm gehören mit zum erweiterten Angebot.
Der daran anschließende Gastraum überzeugte mit einer stimmigen Ausleuchtung und Dekoration. Einzig die vielleicht doch etwas zu effektiven Ausnutzung der Fläche für möglichst viele Tische und Sitzplätze konnte sich damals zu Stoßzeiten sicherlich sehr störend auf die Privatsphäre auswirken. In der heutigen, speziellen Zeit sieht das mit Sicherheit, den Regularien entsprechend, anders aus.
Auch ein Freisitz im Innenhof bietet in den warmen Jahreszeiten Raum unter freiem Himmel. Im Januar meines Besuches war das aber natürlich keine Option.
Am Abend des Besuches war der Service stets sehr aufmerksam, freundlich und gut organisiert, auch wenn man anmerken muss, dass zu dieser Zeit das Restaurant nur leicht gefüllt war. Auch die Abstände, in denen die einzelnen Gänge serviert wurden, war für mich persönlich optimal. Hier blieb mir nichts negativ in Erinnerung.
Nun aber zum kulinarischen Teil:
Vorweg wurde italienisches Weißbrot mit einem hausgemachten und sehr guten, da intensiven Basilikum-Pesto sowie eine in Öl eingelegte und gebratene Auberginenscheibe gereicht, die den ersten Appetit besänftigten sollten. Weißbrot mit Basilikum-Pesto und eingelegter/gebratener Aubergine.
Doch allzu lang musste man die Vorfreude auf den Beginn des Menüs gar nicht überbrücken, denn nur wenige Minuten später stand mit der Steckrübensuppe bereits der erste Gang noch heiß dampfend auf dem Tisch. Steckrübensuppe.
Die Konsistenz der Suppe konnte mich ebenso überzeugen, wie der frische, leicht süßliche Rübengeschmack. Die gebratenen Zwiebeln und erfreulicherweise noch knusprigen Croutons ergänzten sie textuell passend. Geschmacklich keine Überraschung, aber auch einfach nur gut.
Mit den "Patagonias" (kleine Tintenfische) schaltete der 2. Gang dann auch eben jenen Gang höher. "Patagonias"
Die Tintenfische waren sehr zart und leicht geröstet und ließen somit auf gute Zubereitung und Produktqualität schließen. Die dazu gereichten gerösteten Cashewkerne fügten dem Ganzen wieder einen passenden Crunch hinzu. Kirschtomaten und der gebratene Passe Pierre (Queller) rundeten das Gericht geschmacklich ebenfalls sehr gut ab.
Vom Meer ging es nun auf die Weide mit einer "Bratwurst vom Bauer Schramm" mit Balsamico-Linsen und Malzbier-Soße "Bratwurst vom Bauer Schramm" mit Balsamico-Linsen und Malzbier-Soße.
Saftig und gut gebraten gefielen mir Struktur und Geschmack des Bräts durchaus. Auch die Malzbier-Soße hielt geschmacklich, was sie im Namen versprach: leicht süßlich und leicht herb. Da ging der Balsamico mit seiner feinen Säure bei den Linsen leider unter, welche aber selbst einen guten Biss hatten.
Mit den "Wildwassermiesmuscheln" folgte wieder eine Meeres-Speise. "Wildwassermiesmuscheln".
Wie schon bei dem Tintenfisch war auch bei den Muscheln die Frische lobend hervorzuheben. Knirschende Sandkörner konnte ich glücklicherweise nicht entdecken.
Die Karottenscheiben und das Selleriegemüse (Stauden- und Knollensellerie) ergänzten den Tomatensugo-Sud gut. Allerdings fehlte diesem und damit auch dem gesamten Gericht ein etwas mutigerer Umgang mit Salz und Würze.
Abgerundet wurde das Menü dann mit dem Hauptgang, der sich um ein Rinderrücken-Paillard drehte. Paillard vom Rinderrücken mit Salat, gebackenen Kartoffelspalten und Knoblauch-Dip.
Das dünn plattierte Fleisch hatte sogar noch einen leicht-rosa "Kern" und war zudem sehr zart. Der dazu gereichte Salat mit dem Orangen-Joghurt-Dressing war wiederum sehr erfrischend. Die gebackenen Kartoffelspalten waren außen knusprig und innen cremig und der kühle Knoblauch-Dip ebenfalls gut abgeschmeckt. Auch am letzten Gang gab es also nichts auszusetzen, aber auch keine "Geschmacksexplosion".
Insgesamt gesehen war der Abend sein Geld (70€ inklusive Trinkgeld für 5 Gänge und eine Flasche Wasser) hinsichtlich Menü und Service für mich auf jeden Fall wert. Noch etwas mehr Mut bei der Würzung oder auch Verwendung der typischen mediterranen Kräuter fehlt hier und da für den "besonderen" Geschmack, welcher aber trotzdem jederzeit auf gutem Niveau war.
Abschließend kann ich das Miera jedem, dem es wert ist, für eine frische mediterrane Küche mit sehr guten Zutaten auch mal etwas mehr als beim "Durchschnitts-Italiener" auszugeben, durchaus empfehlen.
Das Miera habe ich hier ja bereits schon einmal mit seinem kleinen Ableger "Nudelbude" angerissen. Nun möchte ich auch einmal eine Erfahrung teilen, welche ich im Januar 2017 im ebenfalls in der Hüxstraße liegenden Hauptrestaurant gemacht habe.
Neben diesen beiden Lokalen in der Lübecker Altstadt betreibt der Inhaber des Miera in der Lübecker Bucht auch in Neustadt bereits seit langer Zeit ein weiteres Restaurant. Sein kleines "Gastro-Reich" bewährt sich somit also schon länger erfolgreich in der Gegend.
Auch ich wollte mich also von... mehr lesen
4.0 stars -
"Italiener mit gehobeneren Preisen, der aber nicht enttäuschte." NoTeaForMeDas Miera habe ich hier ja bereits schon einmal mit seinem kleinen Ableger "Nudelbude" angerissen. Nun möchte ich auch einmal eine Erfahrung teilen, welche ich im Januar 2017 im ebenfalls in der Hüxstraße liegenden Hauptrestaurant gemacht habe.
Neben diesen beiden Lokalen in der Lübecker Altstadt betreibt der Inhaber des Miera in der Lübecker Bucht auch in Neustadt bereits seit langer Zeit ein weiteres Restaurant. Sein kleines "Gastro-Reich" bewährt sich somit also schon länger erfolgreich in der Gegend.
Auch ich wollte mich also von
Besucht am 28.08.20181 Personen
Rechnungsbetrag: 12 EUR
Einen Ausflug in unsere Bundeshauptstadt im August 2018 wollte ich im Stadtteil "Mitte" mit einem Frühstück im "Gorki Park" beginnen. Außenansicht.
Dieses Cafe/Restaurant hat sich, wie der Name schon vermuten lässt, ganz der osteuropäischen und dabei vor allem russischen Küche verschrieben
Das Interieur des versetzt den Gast dabei mit den typischen Tapeten, Lampen und Schwarz-Weiß-Bildern bereits stimmig auf gewisse Art und Weise direkt in „den Osten“. Auch ein Stück DDR scheint man hier dadurch etwas konservieren zu wollen. Aber trotzdem wirkt es dabei keineswegs altbacken, sondern absolut gemütlich, einladend und auch sauber. Innenansicht.
An diesem Morgen kümmerte sich eine junge Dame um den Service. Ihre Gastfreundlichkeit überzeugte dabei durch ihre entspannte, freundliche und offenherzige Art auf jeden Fall. Als bei meiner bestellten Speise leider eine Komponente vergessen wurde, reichte sich diese nach ausdrücklicher Entschuldigung umgehend nach.
Neben einer breiten Palette an russischen Klassikern werden hier am Morgen verschiedene, auch vegetarisch erhältliche, Frühstücksvarianten angeboten, welche aus einem unterschiedlich zusammengestellten Potpourri an kleinen Gerichten besteht.
Meine persönliche Wahl fiel damals auf die Variante "Schwarzes Meer" für 11,5 €. Diese umfasste hausgebeizten Lachs mit Rösti, gebratene Großgarnele, Forellenmousse auf Artischocken, Blintschiki (russische Crêpes) mit Frischkäse, Bio-Rührei und Avocado.
Dazu gab es drei verschiedene Brotsorten und Butter. Frühstücksauswahl "Schwarzes Meer".
Die gereichte Portion war zwar nicht üppig, allerdings rechtfertigt sie mit Frische und Qualität ihren Preis.
Begeistert haben mich bei meiner Auswahl vor allem das Forellenmousse mit seinem feinen Räucheraroma, sowie die hauchdünnen gerollten Blintschiki-Crêpes mit Frischkäsefüllung.
Die Garnele war noch schön saftig gebraten und auch der Lachs frisch.
Das Rührei ist der Küche angenehm locker und luftig gelungen und die Avocado dazu hatte einen guten Reifegrad.
Lediglich die Artischocken schienen wohl aus der Konserve zu stammen und das Rösti hätte etwas krosser sein dürfen. Aber das trübte den kulinarischen Gesamteindruck nur kaum.
Gut gestärkt und erfreut darüber, mal einen kulinarisch etwas außergewöhnlicheren Start in den Tag zu haben verließ ich das "Gorki Park" also rundum zufrieden. Gerade die Atmosphäre bot dabei noch Gesprächsstoff und Sachen zum Schmunzeln, während der Service bei diesem Besuch ebenfalls einen guten Eindruck hinterließ. Von mir persönlich gibt es somit eine klare Empfehlung.
Einen Ausflug in unsere Bundeshauptstadt im August 2018 wollte ich im Stadtteil "Mitte" mit einem Frühstück im "Gorki Park" beginnen.
Dieses Cafe/Restaurant hat sich, wie der Name schon vermuten lässt, ganz der osteuropäischen und dabei vor allem russischen Küche verschrieben
Das Interieur des versetzt den Gast dabei mit den typischen Tapeten, Lampen und Schwarz-Weiß-Bildern bereits stimmig auf gewisse Art und Weise direkt in „den Osten“. Auch ein Stück DDR scheint man hier dadurch etwas konservieren zu wollen. Aber trotzdem wirkt es dabei... mehr lesen
Gorki Park
Gorki Park€-€€€Bar, Cafe(030) 4 48 72 86Weinbergsweg 25, 10119 Berlin
4.0 stars -
"Empfehlenswertes Frühstück mal auf russische Art." NoTeaForMeEinen Ausflug in unsere Bundeshauptstadt im August 2018 wollte ich im Stadtteil "Mitte" mit einem Frühstück im "Gorki Park" beginnen.
Dieses Cafe/Restaurant hat sich, wie der Name schon vermuten lässt, ganz der osteuropäischen und dabei vor allem russischen Küche verschrieben
Das Interieur des versetzt den Gast dabei mit den typischen Tapeten, Lampen und Schwarz-Weiß-Bildern bereits stimmig auf gewisse Art und Weise direkt in „den Osten“. Auch ein Stück DDR scheint man hier dadurch etwas konservieren zu wollen. Aber trotzdem wirkt es dabei
Geschrieben am 12.08.2020 2020-08-12| Aktualisiert am
12.08.2020
Besucht am 10.03.2017Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 70 EUR
Anfang 2017 hat Johanna Berger, eine bereits in vielen Restaurants in Lübeck als leitende Kraft tätige und somit auch bekannte Köchin, mit dem nach ihr selber benannten Restaurant in der Julius-Leber-Straße den Schritt zur kompletten Eigenständigkeit gewagt.
Nicht nur ich wurde darauf schnell in der Hoffnung, eine neue Anlaufstelle für "feinere" Küche in Lübecks Altstadt zu finden, aufmerksam, sondern bis heute kann sich das Restaurant auch über einen "Assiette" im roten Guide freuen.
So zog es mich an einem Abend im März des Eröffnungsjahres in dieses Restaurant. Außenansicht.
Ambiente und Einrichtung passen diesen Ambitionen des Restaurants sehr gut an. Das Flair des älteren Patrizierhauses wurde mit dem antikeren Mobiliar und dem Erhalt des Holzdielenbodens erhalten, während helle Farben trotzdem kein erdrückendes Gefühl erzeugen. Auch die Tische waren damals bereits so aufgestellt, dass sich mit Sicherheit niemand über mangelnde Privatsphäre beschwerte, was ja heute auch noch aktueller und wichtiger denn je ist.
Für den Service war damals ein junger Herr verantwortlich, welcher auch grundsätzlich freundlich und aufmerksam agierte. Allerdings hätte ich mir angesichts des kulinarischen Anspruches damals durchaus gewünscht, dass wenigstens ein paar erklärende Worte beim Servieren zu den jeweiligen Speisen verloren werden und man nicht alles erst erfragen muss.
Das Tempo der Speisenabfolge war, bis auf ein etwas sehr langes Intermezzo zum 4. Gang, sehr angenehm und man wurde stets gefragt, ob man eine Pause einlegen möchte.
Auch heute noch wird am Abend jeweils ein 3- bzw. 4-Gang-Überraschungsmenü angeboten. Da mir jedoch damals bereits das "a la carte"-Angebot sehr zusagte, fragte ich im Vorhinein ganz spontan nach der Möglichkeit, mir ein individuellen 5-Gang-Menüs zusammenstellen zu können. Ein Wunsch, der mir gerne erfüllt wurde und für den am Ende 55€ berechnet wurden.
Der Küchenstil ist dabei durchweg recht klassisch ohne große Innovationen. Manchmal werden ein paar asiatische Elemente eingebaut, was sich dann jedoch zumeist nur in einigen Beilagen widerspiegelt.
Nach dem obligatorischen Brot, einem hausgemachten Baguette, welches jedoch leider eine sehr kompakte und nicht gerade fluffige Krume aufwies, mit einem aromatischen Dip aus Creme-fraiche, Knoblauch und Frühlingszwiebeln, folgte ein dreiteiliges Amuse-Gueule: Hausgemachtes Baguette mit Dip aus aus Creme-fraiche, Knoblauch und Frühlingszwiebeln. Amuse-Gueule.
Eine Frühlingsrolle, gefüllt mit Pak-Choi, Karotte und Chinakohl, auf hauchdünnen Rettich-Scheiben (nicht so kross wie erhofft, aber trotzdem schön intensiv im Geschmack) ein paar Feldsalat-Blättern mit etwas Brot-Crumble und süß-saurem Dressing (ein ordentlicher Salat) und eine "asiatische Bulette" auf einem Avocado-Tomaten-Frühlingszwiebel-Salat mit süß-saurer Note (auf Grund der Größe natürlich nicht so saftig, aber in Verbindung mit dem Salat trotzdem schmackhaft, wenn auch nicht gerade "asiatisch" anmutend").
Der 1. Gang "Entenleber, Quitte, Feldsalat, Kürbispüree" war zugleich ein Highlight des Menüs. "Entenleber, Quitte, Feldsalat, Kürbispüree" .
Gebratene Entenleber wurde auf einem fein-cremigen Kürbispüree angerichtet. Dazu gesellte sich ein Quitten-Confit, Birnenspalten und Feldsalat mit getrockneten Cranberries. Die Entenleber war sehr gut gebraten und innen noch leicht rosa: Röstaromen und eine trotzdem zarte Konsistenz wurden perfekt getroffen. Die Entenleber im Anschnitt.
Das Quitten-Confit und die Birnenspalten sorgen für einen angenehmen süßen Ausgleich, die Cranberries für etwas Säure.
Als zweite Vorspeise wurde "Pastinakensüppchen, Trüffelöl, Maronen, Shi Take Pilze" angekündigt. "Pastinakensüppchen, Trüffelöl, Maronen, Shi Take Pilze".
Erneut zeigte die wunderbar sämige Konsistenz, dass man das Küchenhandwerk hier absolut beherrscht. Die Maronen gaben mit ihrem guten Biss einen schönen Ausgleich.
Ein Trüffelaroma ließ sich für mich leider nicht wahrzunehmen und statt den Shi Take Pilzen fanden sich Weintrauben und Zuckerschoten als weitere Einlagen. Solch eine gravierende Änderung der Zutaten hätte man meiner Meinung nach durchaus ankündigen sollen.
Auch wenn die Suppe schön heiß daher kam, ließ sie für meinen persönlichen Geschmack auch etwas Intensität vermissen.
Sogleich ging es mit dem Fischgang "Lachstatar, Avocado, Glasnudelsalat, Daikon-Rettich" weiter. "Lachstatar, Avocado, Glasnudelsalat, Daikon-Rettich".
Das Lachstatar war frisch und von guter Produktqualität. Den an sich recht geschmacksarmen Glasnudeln wurde durch eine leicht scharfe Sauce, sowie Blumenkohl und Karotte etwas Abwechslung gegeben, trotzdem hätte man auch hier mit der Würzung durchaus noch mutiger sein können. Die Avocado präsentierte sich in dem gleichen Salat mit Tomaten und Frühlingszwiebeln, welcher bereits bei der asiatischen Bulette zum Gruß aus der Küche gereicht wurde. Den angekündigten Daikon-Rettich konnte ich leider erneut nicht entdecken.
Die Produkte hatten allesamt zwar eine gute Qualität, leider fehlte mir erneut etwas Spannung bei den Aromen.
Als Hauptgang folgte dann "Lammkarree, junges Pfannengemüse, Rosmarinjus". "Lammkarree, junges Pfannengemüse, Rosmarinjus".
Erneut bewies die Küche, wie gut sie Zubereitungstechniken beherrscht. Wie schon die Entenleber war auch das Karree perfekt gegart: innen rosa, zart und außen mit leichten Röstaromen. Auch das Pfannengemüse überzeugte mit Knackigkeit. Leider konnte der Rosmarinjus diesen an sich ungewürzten Zutaten nicht die benötigte geschmackliche Tiefe verleihen: Rosmarin war für mich nicht herauszuschmecken und somit fehlte es wieder etwas an aromatischer Intensität, die das Gericht von "einfacherer" Küche geschmacklich deutlich abhebt.
Abgeschlossen wurde das Menü mit einer "Käseauswahl". "Käseauswahl".
Gerade hier war es doch sehr schade, dass sie mir, wie eingangs erwähnt, vom Service nicht näher vorgestellt wurde. Als Begleiter gab es lediglich ein paar Früchte, welche zwar durchaus frisch, aber auch ein wenig einfallslos wirkten. Ein paar selbstgemachte Chutneys wären den (auch preislichen) Ansprüchen sicher mehr gerecht geworden. Dazu wurde erneut das hausgemachte Baguette, mit nach wie vor gleicher Qualität gereicht. Die Käsesorten konnten mich auch nicht wirklich mit einer besonderen Qualität begeistern. Von diesem Abschluss hatte ich mir persönlich doch mehr erhofft.
Alles in allem lässt sich also sagen, dass die Küche ihr Handwerk vor allem hinsichtlich der Zubereitung auf jeden Fall einem gehobeneren Anspruch gerecht wurde, was z.B. die Leber und das Karree eindrucksvoll zeigten. Auch bei der Qualität der Produkte wurde (außer vielleicht beim Käse) nicht gespart.
Mehrmals zeigte sich für mich aber, dass es vor allem an aromatischer Tiefe und geschmacklicher Abwechslung fehlte, welche man sich von solch feinerer Küche doch eigentlich erhofft.
Auch das Austauschen einiger im Titel der Speisen genannten Hauptzutaten hätte man durchaus ankündigen sollen, aber eine Eigeninitiative Erläuterung der Speisen war ja sowieso ein kleines Problem beim Service (aber das war auch das einzig Negative in dieser Hinsicht).
Natürlich muss man bedenken, dass das Restaurant bei meinem Besuch erst ein paar Monate geöffnet hatte und der hier geschilderte Einblick mit Sicherheit nicht auf die Gegenwart 1:1 übertragen werden sollte.
Ich wünsche es Frau Berge und ihrem Team auf jeden Fall, dass sie sich auch weiterhin standhaft halten und beim Schreiben dieses Rückblicks kommt in mir auch der Wunsch auf, mich vom aktuellen Bild der Speisen- und Servicequalität nochmals zu überzeugen.
Anfang 2017 hat Johanna Berger, eine bereits in vielen Restaurants in Lübeck als leitende Kraft tätige und somit auch bekannte Köchin, mit dem nach ihr selber benannten Restaurant in der Julius-Leber-Straße den Schritt zur kompletten Eigenständigkeit gewagt.
Nicht nur ich wurde darauf schnell in der Hoffnung, eine neue Anlaufstelle für "feinere" Küche in Lübecks Altstadt zu finden, aufmerksam, sondern bis heute kann sich das Restaurant auch über einen "Assiette" im roten Guide freuen.
So zog es mich an einem Abend im... mehr lesen
Restaurant Johanna Berger
Restaurant Johanna Berger€-€€€Restaurant045158696890Dr. Julius-Leber-Straße 69, 23552 Lübeck
3.5 stars -
"Ein Restaurant mit definitiv sichtbarem kulinarischen Anspruch, der aber für mich nicht durchgehend gehalten werden konnte." NoTeaForMeAnfang 2017 hat Johanna Berger, eine bereits in vielen Restaurants in Lübeck als leitende Kraft tätige und somit auch bekannte Köchin, mit dem nach ihr selber benannten Restaurant in der Julius-Leber-Straße den Schritt zur kompletten Eigenständigkeit gewagt.
Nicht nur ich wurde darauf schnell in der Hoffnung, eine neue Anlaufstelle für "feinere" Küche in Lübecks Altstadt zu finden, aufmerksam, sondern bis heute kann sich das Restaurant auch über einen "Assiette" im roten Guide freuen.
So zog es mich an einem Abend im
Besucht am 29.01.2018Besuchszeit: Mittagessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 7 EUR
„Das Flammkuchenhaus“ in der Nähe des Lübecker Rathauses lässt jeden Gast natürlich umgehend mit seinem Namen wissen, was er kulinarisch hier zu erwarten hat. Natürlich belässt man es auch hier nicht nur beim traditionellen, elsässischen Rezept, sondern bietet die dünnen Teigfladen in unterschiedlichen Varianten an.
In dem schmalen aber lang nach hinten verlaufenden Raum mit Theke bietet eine ebenso lang Holzbank an der Wand Dank der zahlreichen Kissen bequeme Sitzmöglichkeiten an den Zweiertischen, welchen jeweils noch ein einfacher Stuhl gegenübergestellt ist.
Ansonsten macht das Lokal einen sauberen Eindruck. Innenansicht.
Da sich „Das Flammkuchenhaus“ eher in einer Kategorie zwischen Imbiss und Mini-Restaurant bewegt (alle Speisen gibt es selbstverständlich auch zum Mitnehmen) kann man den Service natürlich nicht mit dem eines größeren Restaurants mit abendlicher Gastronomie vergleichen. Trotzdem werden die an der Theke bestellten Speisen an den Platz gebracht und die leeren Teller auch umgehend wieder abgeräumt. Auch die Bezahlung findet am eigenen Tisch statt.
Die junge Dame an der Theke war durchweg freundlich gestimmt. Schön war zudem, dass sich auch der Inhaber aus der Küche im Gastraum selber blicken ließ und die anwesenden Kunden begrüßte.
Auch auf Änderungswünsche bei den bestellten Speisen wird gerne eingegangen.
Bei meinem ersten Besuch im Januar 2018 fiel meine Flammkuchen-Wahl auf die Version „Italiano“ mit Tomaten, Mozzarella, Zwiebeln, Balsamico-Creme und Emmentaler. Flammkuchen „Italiano“ mit Tomaten, Mozzarella, Zwiebeln, Balsamico-Creme und Emmentaler.
Für 6€ erhält man dabei eine Portion mit einer Größe von ca. 30x20cm. Der vergleichsweise niedrige Preis begründet sich natürlich durch die Dünne des Teiges, genauso wie er ja auch sein soll, aber auch durch einen recht übersichtlich dosierten Belag. Trotzdem kann man meiner Meinung nach bezüglich der Portionsgröße von einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis sprechen.
Tomaten und Zwiebeln konnten waren zum Glück nicht geschmacklos und der Balsamico fügte eine angenehme Säure hinzu und angenehme Säure des Balsamicos kamen gut durch.
Der zum mediterranen Stil passende Mozzarella konnte sich hingegen gegen den kräftigeren Emmentaler nicht durchsetzen. Auch wenn Letztgenannter dem gesamten Flammkuchen so eine passende Würze gab, die der eher neutrale Mozzarella wohl nicht hätte liefern können, erschien die Kombination beider Käsesorten trotzdem nicht wirklich sinnvoll.
Gerade mediterrane Kräuter hätte ich mir für die Variante "Italiano" deutlich intensiver gewünscht.
Der Flammkuchen war insgesamt nicht schlecht und angesichts des Preises auch keine Fehlinvestition, aber mehrere Verbesserungsmöglichkeiten taten sich für mich dann doch auf.
Ein halbes Jahr später versuchte ich es bei einem zweiten Versuch noch einmal. Diesmal sollte es aber die Variante „Edel und exklusiv“ mit Lachs, Tomaten, Lauchzwiebeln, Emmentaler und auf meinen Wunsch statt Spinat Champignons und zusätzlich Balsamico-Essig für 7,5€ sein. Die von mir gewünschten Änderungen hatten dabei freundlicherweise keinen Einfluss auf den Preis. Flammkuchen „Edel und exklusiv“ mit Lachs, Tomaten, Lauchzwiebeln, Emmentaler und auf meinen Wunsch statt Spinat Champignons (noch ohne Balsamico).
Der Teig konnte schön dünn und trotzdem weder zu wenig, noch zu viel gebacken überzeugen. Erneut war die "Belagsdichte" aber eher auf einer geringeren Seite. Während Lauchzwiebeln, Champignons und Tomaten mit genügend Aroma überzeugten, war der Lachs auf Grund der dünnen Scheiben natürlich durch das Backen schon in den trockenen Bereich abgedriftet.
Umso froher war ich da, dass ich mir noch den Balsamico-Essig dazu gewünscht habe, der zudem eine für mich zum Fisch immer gut passende Säure bei lieferte.
"Edel" war also auch diese Variante eher nicht, aber der Preisunterschied zum beim ersten Mal verköstigten "Italiano" ja auch nicht so groß. Gesättigt und ohne richtigen Preisschmerz konnte ich also auch hier das Lokal wieder verlassen, auch wenn an der Wertung zum Essen keine Verbesserung für mich vorgenommen werden konnte.
Abschließend lässt sich für "Das Flammkuchenhaus" als positiv auf jeden Fall die Gastfreundlichkeit und portionsmässig recht faire Preisgestaltung hervorheben.
Während der dünne Teig jeweils gelungen war, lässt sich bei der Zusammenstellung, Dosierung und geschmacklichen Raffinesse des Belags aber doch noch einiges mehr rausholen.
„Das Flammkuchenhaus“ in der Nähe des Lübecker Rathauses lässt jeden Gast natürlich umgehend mit seinem Namen wissen, was er kulinarisch hier zu erwarten hat. Natürlich belässt man es auch hier nicht nur beim traditionellen, elsässischen Rezept, sondern bietet die dünnen Teigfladen in unterschiedlichen Varianten an.
In dem schmalen aber lang nach hinten verlaufenden Raum mit Theke bietet eine ebenso lang Holzbank an der Wand Dank der zahlreichen Kissen bequeme Sitzmöglichkeiten an den Zweiertischen, welchen jeweils noch ein einfacher Stuhl gegenübergestellt ist.... mehr lesen
Das Flammkuchenhaus
Das Flammkuchenhaus€-€€€Restaurant01725165600Fleischhauerstraße 14, 23552 Lübeck
3.0 stars -
"Ein kleines Häuschen mit weiterem alternativem Flammkuchenangebot, welches zwar preislich in Ordnung aber geschmacklich noch besser geht." NoTeaForMe„Das Flammkuchenhaus“ in der Nähe des Lübecker Rathauses lässt jeden Gast natürlich umgehend mit seinem Namen wissen, was er kulinarisch hier zu erwarten hat. Natürlich belässt man es auch hier nicht nur beim traditionellen, elsässischen Rezept, sondern bietet die dünnen Teigfladen in unterschiedlichen Varianten an.
In dem schmalen aber lang nach hinten verlaufenden Raum mit Theke bietet eine ebenso lang Holzbank an der Wand Dank der zahlreichen Kissen bequeme Sitzmöglichkeiten an den Zweiertischen, welchen jeweils noch ein einfacher Stuhl gegenübergestellt ist.
Geschrieben am 05.08.2020 2020-08-05| Aktualisiert am
06.08.2020
Besucht am 20.07.20191 Personen
Rechnungsbetrag: 15 EUR
Der Name "Fischtempel" ist für dieses direkt an der Anlegesteller der Travemünder Fischer gelegene Restaurant wahrlich trefflich gewählt. Kürze kann die Entfernung zwischen Nahrungsmittelerzeuge und -verarbeiter wohl kaum sein. In der Hoffnung, dass hier den Meeresbewohnern kulinarisch auch wirklich "gehuldigt" wird, kehrte ich an einem späten Nachmittag im Juli 2019 eben hier ein. Das Haupthaus.
Zugegebenermaßen müsste man das Haupthaus seiner Größe nach wohl eher als Schuppen, denn als Tempel bezeichnen. Die Stühle waren zwar bequem, aber der Zahn der Zeit hat an ihnen teilweise doch schon sichtbar genagt. Innenansicht im Haupthaus.
Gegenüber von diesem Haus befindet sich direkt am Ufersteg noch ein mit Glaskuppel versehener Freisitz. Dieser lädt, gerade in der warmen Jahreszeit, wesentlich mehr für einen angenehmen Sitzplatz ein. Der Glas-Pavillon am Ufer.
Ein junger Herr zeigte sich neben mehreren Damen während meines Aufenthaltes für den Service verantwortlich. Er selbst agierte sehr aufgeschlossen, höflich und professionell und dabei doch keineswegs verkrampft. Auch Änderungswünsche nahm er sehr gerne auf.
Wie ich bei anderen Gästen mitbekam, ist auch das Mitnehmen nicht geschaffter Speisen überhaupt kein Problem. In Sachen Service gibt es also nichts großartig zu kritisieren.
Den kulinarischen Fokus der Speisekarte muss man sicher nicht näher erläutern: alles andere als Fisch und Meeresfrüchte satt und ein paar weitere norddeutsche Klassiker wären wohl auch eine Enttäuschung.
Gereizt hat mich bei meinem Besuch hingegen eine Speise aus dem Tagesangebot: der „gefüllte Oktopus mit Salat und Brot“.
Wie oben erwähnt, wollte ich dabei eine Änderung vom Knoblauch- auf ein Schwarzbrot vornehmen, was auch ohne Preisänderung gerne ausgeführt wurde. Gefüllte Oktopoden mit Salat und Schwarzbrot.
Die kleinen Oktopoden waren auf mediterrane Art mit Tomaten, grünen Oliven und Knoblauch gefüllt. Er selbst war zum Glück keineswegs gummiartig, aber etwas zarter hätte er noch sein können. An gut wahrnehmbaren Röstaromen wurde zum Glück nicht gespart, wenngleich ich persönlich davon gerne immer ein paar mehr als zu wenig habe.
Die Füllung war für meinen Geschmack saftig und würzig, nur der Knoblauch vielleicht etwas zu dominant portioniert. Es war also nicht die schlechteste Entscheidung, auf einen weiteren Overload durch ein Knoblauchbrot zu verzichten. ;-)
Überzeugen konnte auch der Beilagensalat, bei dem alle Komponenten waren frisch und knackig daherkamen. Kohlrabi, rote Bete und verschiedenfarbige Karotten wurden ansehnlich mit dem Spiralschneider drapiert. Dazu konnte man ein Knoblauchdressing nach eigenem Gusto portionieren (erneut zum Glück: denn die Oktopoden lieferten von dessen Aroma ja schon mehr als genug).
Das Schwarzbrot war zwar ein Convenience-Produkt, aber ja auch nicht als hausgemacht annonciert und damit akzeptabel.
Dieses Tagesgericht schlug mit 14,5 € zu Buche. Demgegenüber konnten meiner Meinung nach also Qualität und auch Quantität (bei vielen hätte es sicher nur ein einziges Oktopusexemplar gegeben, hier waren es drei) schon gerecht werden, auch wenn es keine Offenbarung war und man vor allem mit der Knoblauchdosis sein Umfeld noch lange teilhaben lassen konnte.
Wie im Titel erwähnt muss man den „Fischtempel“ und sein Angebot also nicht „anbeten“, kann aber trotzdem durchaus hoffen, dass man hier gute Qualität und guten Service für den geforderten Preis bekommt.
Der Name "Fischtempel" ist für dieses direkt an der Anlegesteller der Travemünder Fischer gelegene Restaurant wahrlich trefflich gewählt. Kürze kann die Entfernung zwischen Nahrungsmittelerzeuge und -verarbeiter wohl kaum sein. In der Hoffnung, dass hier den Meeresbewohnern kulinarisch auch wirklich "gehuldigt" wird, kehrte ich an einem späten Nachmittag im Juli 2019 eben hier ein.
Zugegebenermaßen müsste man das Haupthaus seiner Größe nach wohl eher als Schuppen, denn als Tempel bezeichnen. Die Stühle waren zwar bequem, aber der Zahn der Zeit hat an ihnen... mehr lesen
Restaurant Fischtempel
Restaurant Fischtempel€-€€€Restaurant045027089831Auf dem Baggersand 7, 23570 Lübeck
3.5 stars -
"Nicht zum „vergöttern“, aber trotzdem sein Geld durchaus wert." NoTeaForMeDer Name "Fischtempel" ist für dieses direkt an der Anlegesteller der Travemünder Fischer gelegene Restaurant wahrlich trefflich gewählt. Kürze kann die Entfernung zwischen Nahrungsmittelerzeuge und -verarbeiter wohl kaum sein. In der Hoffnung, dass hier den Meeresbewohnern kulinarisch auch wirklich "gehuldigt" wird, kehrte ich an einem späten Nachmittag im Juli 2019 eben hier ein.
Zugegebenermaßen müsste man das Haupthaus seiner Größe nach wohl eher als Schuppen, denn als Tempel bezeichnen. Die Stühle waren zwar bequem, aber der Zahn der Zeit hat an ihnen
Geschrieben am 02.08.2020 2020-08-02| Aktualisiert am
02.08.2020
Besucht am 30.07.20201 Personen
Rechnungsbetrag: 19 EUR
Das "Lezzet" im Lübecker Stadtteil St. Lorenz Nord bezeichnet sich selbst als "Grillhaus". Auch das Speisenangebot geht erfreulicherweise über das eines kleineren "Döner-Imbisses" hinaus. Die Hoffnung, hier einmal ein paar traditionelle Gerichte der türkischen Küche ausprobieren zu können, brachte mich deshalb an einem frühen Abend in dieses Lokal.
Dabei hätte ich persönlich gar nicht gedacht, dass man hier überhaupt einmal wieder einkehren kann. Nachdem ein Brand im Herbst 2019 das Lokal bereits zur Schließung zwang, hätte ich eher vermutet, dass die Corona-Pandemie die Betreiber endgültig zur Geschäftsaufgabe zwingt.
Umso überraschter war ich, als ich von der Wiedereröffnung im Juli 2020 erfuhr. Da hat sich entweder ein neuer Betreiber gefunden oder die bisherigen haben wirklich einen sehr langen Atem bewiesen. Außenansicht.
Direkt an der Fackenburger Allee und damit einer der Hauptverkehrsadern im Lübecker Osten gelegen entspricht das Ambiente des einzelnen Gastraumes mit integrierter Theke/Küche vielleicht nicht dem eines klassischen Abendrestaurants.
Trotzdem ist der Wiederaufbau nach dem Brand meiner Meinung nach durchaus gelungen. Gerade die Deckenkonstruktion und Beleuchtung machten, sowie einige Ornamente machten einen modernen und leicht anatolisch anmutenden Eindruck. Neben einfacher Bestuhlung bieten auch Sesselbänke bequemeren Sitz. Einzig der Fliesenboden, sowie das in Leuchtreklame angepriesene Speisenangebot über der integrierten Theke erhalten den Anschein eines Imbisses noch etwas.
Was die Sauberkeit betrifft hinterließen Tische, Theke, Boden und auch WC bei mir einen akzeptablen Eindruck. Innenansicht.
Bestellt werden kann natürlich direkt an der Theke, aber auch Service am Platz wird hier geboten. Während meiner Besuchszeit war vor allem eine junge Dame dafür verantwortlich, welche kommunikativ und freundlich auftrat. Nur bei später größerem Andrang wirkte sie ein wenig gehetzt.
Auch der (höchstwahrscheinlich) Besitzer war sehr offenherzig und beantwortete mir gerne eine Frage zu den Speisen.
Wie gesagt hält die Speisekarte, welche auch als gebundene Version vorliegt, zusätzlich zu den türkischen Imbiss-Standards wie Döner, Pide, Lahmacun etc. auch einige Tellergerichte und Spieße vom Grill, Suppen und auch Süßspeisen parat. Dabei sind auch genügend vegetarische Speisen zu haben.
Sehr interessiert war ich dabei zum einen an der türkischen Kuttelsuppe "Iskembe Korbasi", da dies tatsächlich eine Premiere für mich hinsichtlich dieser Zutat war. "Iskembe Corbasi" - Kuttelsuppe.
Für 5 € erhielt man zusammen mit Fladenbrot und einem kleinen Salat eine einer Vorspeise absolut ansprechende Portion.
Die Suppe an sich sah nicht nur milchig aus, sondern hatte auch eine Milchartige Sämigkeit. Das ist schwer zu beschreiben, aber sie schmeckte somit gleichzeitig etwas süßlich aber trotzdem auch herzhaft: ich fand es auf jeden Fall interessant. Auf meine Nachfrage erklärte mir der Inhaber, dass dies durch eine gekochte Mischung aus Joghurt, Ei und Mehl zustande kommt.
Die Kutteln an sich waren super zart aber dabei auch nicht Gummiartig. Sie selbst waren zwar im Prinzip geschmacksneutral, aber wie gesagt hatte die Suppenbasis an sich ja schon geschmacklichen Körper, sodass sie eher eine Einlage für das Mundgefühl waren.
Insgesamt kein Geschmackserlebnis, aber auch nichts, was ich mir nicht noch einmal bestellen würde.
Weiterhin wollte ich unbedingt mich etwas vom Grill probieren. Dabei entschied ich mich für „Kuzu Sis“, gegrillten Lammfleisch vom Spieß mit Salat und Yufka-Brot. "Kuzu Sis" - gegrilltes Lammfleisch vom Spieß mit Salat und Yufka-Fladenbrot.
So bekam ich 8 Lammstücke vom Spieß mit etwas Blattsalat, einer gegrillten Tomate und Paprikaschote, sowie zwei Yufka-Fladen
Die Lammwürfel waren erneut schön zart und hatten noch einen rosafarbenen Kern. Auch gewürzt bzw. mariniert waren sie auf treffliche Weise und sorgten somit für fleischige Geschmacksfreude.
Das einzige, was etwas Bauchschmerzen bereitete, war der dafür geforderte Preis von 13,9 €, der zur Portionsgrösse für mein Empfinden in einem nicht gerade optimalen Verhältnis stand.
Abschließend zusammengefasst hinterließ das "Lezzet Grillhaus" bei mir also folgenden Eindruck: Atmosphärisch hebt es sich bereits durchaus von den unzähligen „Standard-Döner-Imbissen“ ab.
Das Personal agierte freundlich und kommunikativ und auch geschmacklich machten mich die von mir verköstigten Speisen definitiv zufrieden.
Wenn da nicht der leichte Rattenschwanz beim Preis-Leistungs-Verhältnis des Lammgerichts wäre, hätte ich definitiv auf einen Punkt mehr aufgerundet.
Das "Lezzet" im Lübecker Stadtteil St. Lorenz Nord bezeichnet sich selbst als "Grillhaus". Auch das Speisenangebot geht erfreulicherweise über das eines kleineren "Döner-Imbisses" hinaus. Die Hoffnung, hier einmal ein paar traditionelle Gerichte der türkischen Küche ausprobieren zu können, brachte mich deshalb an einem frühen Abend in dieses Lokal.
Dabei hätte ich persönlich gar nicht gedacht, dass man hier überhaupt einmal wieder einkehren kann. Nachdem ein Brand im Herbst 2019 das Lokal bereits zur Schließung zwang, hätte ich eher vermutet, dass die... mehr lesen
Lezzet Holzkohlegrill
Lezzet Holzkohlegrill€-€€€Restaurant, Imbiss045148069696Fackenburger Allee 26, 23554 Lübeck
3.5 stars -
"Anatolisches Angebot vom Grill, das sich von einem „Standard-Döner-Imbiss“ durchaus abheben kann." NoTeaForMeDas "Lezzet" im Lübecker Stadtteil St. Lorenz Nord bezeichnet sich selbst als "Grillhaus". Auch das Speisenangebot geht erfreulicherweise über das eines kleineren "Döner-Imbisses" hinaus. Die Hoffnung, hier einmal ein paar traditionelle Gerichte der türkischen Küche ausprobieren zu können, brachte mich deshalb an einem frühen Abend in dieses Lokal.
Dabei hätte ich persönlich gar nicht gedacht, dass man hier überhaupt einmal wieder einkehren kann. Nachdem ein Brand im Herbst 2019 das Lokal bereits zur Schließung zwang, hätte ich eher vermutet, dass die
Geschrieben am 30.07.2020 2020-07-30| Aktualisiert am
30.07.2020
Besucht am 30.07.2020Besuchszeit: Mittagessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 10 EUR
Das Restaurant „Grenadine“ kann man wahrlich als eine schon lang etablierte gastronomische Institution in der Wahmstraße bezeichnen.
Nun wollte ich mich also endlich auch einmal persönlich bei einer Einkehr zur Mittagszeit davon überzeugen, ob sich dies auch tatsächlich durch die hier gebotene Qualität begründen lässt. Außenansicht.
Das Interieur ist meiner Meinung nach auf jeden Fall schon ein erster positiver Punkt. Die an Tannzapfen erinnernden Lampen sorgen ebenso für eine einladende Atmosphäre wie die in Grün gehaltenen Wände und das in Rot gehaltene Mobiliar. Auch das Aquarium fügt sich gut in die Raumgestaltung ein. Im hinteren Bereich schafft ein im Innenhof gelegener Freisitz noch etwas mehr Platz.
Auch an Sauberkeit und Geräumigkeit der WC-Kabine ließ sich nichts bemängeln. Innenansicht #1. Innenansicht #2.
Um den Service kümmerte sich während dieses Mittags eine junge Frau. Nach freundlicher Begrüßung wurde mir gerne freie Platzwahl gegeben. Auch im Folgenden agierte sie auf sympathische und ruhige Art und Weise. Nach meiner Zufriedenheit erkundigte sie sich zwischendurch ebenfalls.
Sehr erfreulich war zudem, dass mir gerne ein kleiner Zutatenaustausch bei dem bestellten Gericht und ein Nachschlag bei der Soße ohne Änderung des Preises gewährt wurde.
Kulinarisch bewegt sich das Restaurant eher auf mediterranen Wegen, wobei auch Zutaten aus dem nahen Osten häufig auf der Speisekarte zu finden sind.
Zum Angebot gehört zudem ein täglich wechselndes Mittagsangebot von 12-15 Uhr mit einer Auswahl aus 3 Gerichten, welchen ich auch bei dem hier beschriebenen Besuch wahrnahm.
Für 8 € sollten es dabei die Couscous-Bällchen auf bunten Salat mit Granatapfelkernen, Joghurt-Minz-Soße und eben auf meinen Wunsch ein paar gebratene Kartöffelchen statt Brot sein. Couscous-Bällchen auf bunten Salat mit Granatapfelkernen, Joghurt-Minz-Soße und auf meinen Wunsch Kartoffeln statt Brot.
Die Couscous-Bällchen ließen sich gut schneiden (fielen also nicht sofort auseinander), überzeugten aber gleichzeitig mit feinkörnigerem Mundgefühl. Abgeschmeckt waren sie ebenfalls sehr gut und dabei fein orientalisch mit wahrnehmbaren Aromen von Kreuzkümmel, Kardamon und Koriander. Auch die kleinen Frühlingszwiebel- und Paprikastücke fügten sich gut ein.
Im Blattsalat befanden sich noch kleine Brunoise von Zucchini, Tomate und Karotte, die zusammen mit den Granatapfelkernen etwas passenden Biss dazu lieferten.
Zunächst enttäuschte mich der sehr sparsame Einsatz der Joghurt-Minz-Soße, die somit gar nicht wahrnehmbar war. Doch die Bedienung nahm meine Nachfrage ganz freundlich auf und stellte mir fix einen Nachschlag in einem kleinen Schälchen dazu. So pur genossen war auch die gelungene Balance aus ätherischer Minze und leichtem Knoblauch-Aroma zu schmecken.
Auch die spontan von mir dazu bestellten Kartoffeln konnten überzeugen, waren sie doch ordentlich gesalzen, innen cremig und dank gebratener Schale schön vollmundig.
Insgesamt konnte ich die Küche für dieses Gericht also, auch dank des Service, am Ende einfach nur absolut loben.
Als süße Überraschung gab es am Ende aufs Haus sogar noch ein kleines Schälchen Vanillecreme mit Kirschen und Schokosplittern welches mit kühler, fruchtiger Frische und Schoko-Knack gefiel. So einen „abschließenden Gruß“ habe ich in dieser Preiskategorie bisher noch nicht erlebt und macht das Restaurant für mich noch sympathischer. Abschließender "Gruß aus der Küche": Vanillecreme mit Kirschen und Schokosplittern.
Mein persönliches Fazit zum Restaurant „Grenadine“ gestaltet sich also folgendermaßen: Das Ambiente überzeugte mit gemütlichem Stil, die Bedienung mit aufmerksamer und lockerer Gastfreundlichkeit und vor
allem das Essen mit gekonntem Handwerk und guten Sinn für Würzung und Zusammenstellung.
Das Restaurant ist also tatsächlich nicht ohne Grund eine Instanz und wird auch von mir nach diesem Mittags-Besuch absolut empfohlen.
Das Restaurant „Grenadine“ kann man wahrlich als eine schon lang etablierte gastronomische Institution in der Wahmstraße bezeichnen.
Nun wollte ich mich also endlich auch einmal persönlich bei einer Einkehr zur Mittagszeit davon überzeugen, ob sich dies auch tatsächlich durch die hier gebotene Qualität begründen lässt.
Das Interieur ist meiner Meinung nach auf jeden Fall schon ein erster positiver Punkt. Die an Tannzapfen erinnernden Lampen sorgen ebenso für eine einladende Atmosphäre wie die in Grün gehaltenen Wände und das in Rot gehaltene... mehr lesen
4.5 stars -
"Rundum gelungenes Mittagsmahl im mediterran-orientalischen Restaurant." NoTeaForMeDas Restaurant „Grenadine“ kann man wahrlich als eine schon lang etablierte gastronomische Institution in der Wahmstraße bezeichnen.
Nun wollte ich mich also endlich auch einmal persönlich bei einer Einkehr zur Mittagszeit davon überzeugen, ob sich dies auch tatsächlich durch die hier gebotene Qualität begründen lässt.
Das Interieur ist meiner Meinung nach auf jeden Fall schon ein erster positiver Punkt. Die an Tannzapfen erinnernden Lampen sorgen ebenso für eine einladende Atmosphäre wie die in Grün gehaltenen Wände und das in Rot gehaltene
Besucht am 01.11.2019Besuchszeit: Mittagessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 10 EUR
An einer großen Auswahl an Cafes mangelt es der Lübecker Altstadt wahrlich nicht. Das sich aber auch abseits von der Altstadt-Insel sehr schöne Cafes finden lassen, dass bewies mir das "Cafe Bohne" Anfang November 2019.
Im östlich des Zentrums gelegenen Klughafen stolpern wohl nur wenige Touristen über dieses kleine Lokal. Wenn sie es tun, dann werden sie aber sicherlich auch von der mit einem großen Porträt bemalten Hausfassade als erstes angelockt. Diese zeigt einen sehr langjährigen Stammgast des Cafés, dem der Besitzer damit ein Denkmal setzen wollte. Außenansicht mit der bemalten Fassade. Außenansicht mit Blick auf den Eingang.
Als ich an diesem Mittag zum ersten Mal in das Café eintrat, fühlte es sich für mich gleich so an, als ob man bei jemandem in die gute eigene Stube eingeladen wurde. Viele kleine Bilder, ältere Möbelstücke und auch eine Retro-Couch-Formation im hinteren Bereich machen die beiden kleinen Gasträume einfach ungemein gemütlich.
Trotzdem lässt sich an der Sauberkeit, auch der Toilette, nichts bemängeln. Innenansicht.
Der Betreiber begrüßte mich freundlich und strahlte genau die gleiche Ruhe und Gelassenheit aus, die sich in dem beschriebenen Interieur widerspiegelt. Auch er trug dazu bei, dass man sich eben wie bei einem Bekannten oder Freund eingeladen fühlt. Diese Herzlichkeit und Nähe zum Gast schätze ich immer sehr. Natürlich erkundete er sich auch während des Essens nach meiner Zufriedenheit.
Wie es sich für ein Cafe gehört, bietet auch die "Bohne" eine breite Auswahl selbstgemachter Kuchen, Torten und Kleingebäcke an.
Meinen persönlichen Geschmack freute aber der auch sehr abwechslungsreiche und interessante herzhafte Teil des Speisenangebots. Dieses ist international ausgerichtet und reicht von Pasta über Flammkuchen bis zu nahöstlichen Speisen (dies steht wohl vor allem in Verbindung mit der Heimat des Inhabers). Diese Speisen werden ab 14:30 angeboten.
Auch ein wöchentlich wechselndes Mittagsangebot von 12-14 Uhr lässt sich hier finden.
Am meisten sprachen mich am Tage meines Besuches die Penne mit Hähnchenbrust und Gemüse in Kurkuma-Sahne-Sauce aus der regulären Speisekarte an. Diese wurden mir auch gerne frisch zubereitet, obwohl sie nicht zum Mittagsangebot des Tages gehörten, welches zu meiner Besuchszeit eigentlich noch Geltung hatte Penne mit Hähnchenbrust und Gemüse in Kurkuma-Sahne-Sauce.
Für 9,2€ erhielt ich eine noch heiß dampfende Portion al dente gegarter Penne, die von Paprika, Zucchini und Hähnchenbruststücken begleitet und mit frisch geriebenem Parmesan getoppt wurden.
Das Gemüse war dabei noch wunderbar knackig, das Hähnchenfleisch zwar nicht butterzart, aber trotzdem keineswegs trocken und qualitativ dem Preis absolut angemessen.
Überzeugen konnte mich vor allem die Kurkuma-Sahne-Sauce. Sie war nicht nur typisch gelb gefärbt, sondern auch sehr gut mit der erwarteten Curry-Würze abgeschmeckt.
Das Gericht wurde wirklich mit Freude und frisch zubereitet: das schmeckte man in jeder Komponente.
Wie also schon eingangs erwähnt, muss sich das kleine "Cafe Bohne" vor den etablierten Lokalen in der Innenstadt keinesfalls verstecken. Nicht nur durch die heimelige Atmosphäre, sondern auch die Qualität und das Preis-Leistungs-Verhältnis der Speisen hinterließ es bei mir einen durchweg tollen Eindruck. Deshalb würde ich es als Tipp für jeden empfehlen, der den häufig großen Andrang in der Altstadt etwas aus dem Weg gehen und mehr Ruhe genießen möchte.
An einer großen Auswahl an Cafes mangelt es der Lübecker Altstadt wahrlich nicht. Das sich aber auch abseits von der Altstadt-Insel sehr schöne Cafes finden lassen, dass bewies mir das "Cafe Bohne" Anfang November 2019.
Im östlich des Zentrums gelegenen Klughafen stolpern wohl nur wenige Touristen über dieses kleine Lokal. Wenn sie es tun, dann werden sie aber sicherlich auch von der mit einem großen Porträt bemalten Hausfassade als erstes angelockt. Diese zeigt einen sehr langjährigen Stammgast des Cafés, dem der Besitzer damit ein... mehr lesen
4.5 stars -
"Ein kleines verstecktes Cafe außerhalb der Innenstadt, aber durchaus auch ein kleiner Geheimtipp" NoTeaForMeAn einer großen Auswahl an Cafes mangelt es der Lübecker Altstadt wahrlich nicht. Das sich aber auch abseits von der Altstadt-Insel sehr schöne Cafes finden lassen, dass bewies mir das "Cafe Bohne" Anfang November 2019.
Im östlich des Zentrums gelegenen Klughafen stolpern wohl nur wenige Touristen über dieses kleine Lokal. Wenn sie es tun, dann werden sie aber sicherlich auch von der mit einem großen Porträt bemalten Hausfassade als erstes angelockt. Diese zeigt einen sehr langjährigen Stammgast des Cafés, dem der Besitzer damit ein
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Natürlich ist bei dieser Gaststätte der Name auch Programm. Wem es also nach einer der beliebtesten Speisen der Deutschen dürstet, vertraut zunächst sicherlich darauf, hier auf ansprechende Qualität zu treffen.
Für mich persönlich war es aber noch ein weiterer Aspekt der Speisekarte, der mich auf die "Schnitzelei" aufmerksam machte: die sogenannten „deutschen Tapas“. Fisch- und Fleischklassiker, aber auch vegetarische Gerichte der "deutschen" Küche können hier in Tapas-Portion ausprobiert werden. Das klang für mich nach einer perfekten Speise, da ich Abwechslungsreichtum sehr schätze und gerne mehrere kleine Sachen probiere.
Ein paar Wörter zur Einrichtung des Restaurants, welches zunächst recht versteckt im Innenhofbereich eines Wohnblocks zu finden ist und daher häufig sicherlich gar nicht auf Anhieb gefunden wird. Der Beliebtheit scheint diese Lage aber keinen Abbruch zu tun, war das Restaurant doch zur Zeit meiner spontanen Einkehr fast komplett ausgebucht. Vielmehr zeigt sich ein Vorteil dieser Lage, da man zumindest vom Lärm der Hauptstraße hier nicht beeinträchtigt wird. Auch innerhalb des schlicht aber auch modern eingerichteten Gastraums sind die Sitzmöglichkeiten in großzügigen Abständen platziert, sodass sich die Lautstärke gut verteilt. Natürlich existierte auch ein Außenbereich und auch an der Bar gibt es ein paar Sitzmöglichkeiten. Eben die Letztgenannten ermöglichten es mir damals, auch ohne Reservierung noch in die "Schnitzelei" einkehren zu können, da sie für Einzelgäste fast immer frei waren.
In Sachen Bedienung lässt sich ebenfalls ein positives Fazit ziehen. Trotz vollem Restaurant wurde für mich als spontanem Gast wie erwähnt gern noch ein Plätzchen gesucht und gefunden. Zur Hauptspeise hin war die Wartezeit zwar etwas lang, aber auf meine Nachfrage wurde freundlich und umgehend eingegangen, sodass ich mir nicht vollkommen vergessen vorkam.
Die abschließende Bezahlung ging dann wieder fix von statten.
Wie gesagt interessierten mich vor allem die "deutschen Tapas" sehr. Dabei lassen sich aus einer breiten Auswahl 3,6 oder 9 Schälchen bestellen, die dann auf einem Holzbrett angeordnet übersichtlich und gut transportierbar an den Tisch kommen.
Die Auswahlmöglichkeiten reichen dabei von Berliner Currywurst und Bouletten über Fischfrikadellen oder Forellenmousse bis hin zu Obazda sowie Graupen-Salat und lassen damit also keine Wünsche offen.
Ich wollte natürlich "All-In" gehen und ließ mir deshalb folgende 9 Kleinigkeiten servieren:
Geschmacklich stachen unter den Kreationen für mich persönlich vor allem die trotz kleiner Größe optimal gegarten Minikartoffeln mit einem aromatischen und durch Leinöl geschmeidigem Kräuterquark sehr positiv heraus (im Bild ganz links).
Auch die schön lockeren und saftigen Fischfrikadellen mit passender Säure und intensiven Dillaroma in der dazu gereichten Remoulade blieben mir gut in Erinnerung (im Bild die 4. Schale von links).
Selbst die kleinen Pflaumen im Speckmantel waren für mich mit noch krossem Speck, sowie einer gut gelungenen Balance aus Süße und Salzigkeit tadellos (im Bild die 4. Schale von rechts).
Eine gute Leistung wurde z.B. beim cremigen Ziegenfrischkäse mit Karamellhaube und Thymian hingelegt (im Bild die 3. Schale von rechts).
Auch die Mini-Kohlrouladen überzeugten mit einer noch saftigen Fleischfüllung, wobei ich mir die dazu gereichte Speck-Stippe noch etwas kräftiger gewünscht hätte (im Bild ganz rechts).
Ebenso saftig waren auch noch die kleinen Bouletten, die klassisch von Senf begleitet wurden, welcher die annoncierten Bärlauch-Noten aber nicht wie so wie erhofft einhalten konnte (im Bild die 2. Schale von links).
Kleine Blutwurstabschnitte hätten für meinen Geschmack noch etwas schärfer angebraten sein können, wohingegen das dazu gereichte Apfelkompott aber mit der Säure eingearbeiteter Granatapfelkerne positiv überraschte (im Bild die 3. Schale von links).
Verschweigen will ich aber auch nicht z.B. den Tomaten-Bierbrot-Salat, der auf Grund der ungewürzten Tomaten und den kleinen Bierbrot-Croutons, die ein Bieraroma leider keineswegs erahnen ließen, eher geschmacksneutral war (im Bild die 3. Schale von rechts).
Mehr Geschmack hätte ich mir auch vom zum an sich knackig und frischen Gartengemüse gereichten Rote-Beete-Walnuss-Dip erhofft, bei dem der typisch erdige Geschmack nur leicht hervortrat und von der Walnuss eher nichts zu erschmecken war (im Bild die 2. Schale von rechts).
Insgesamt brachten die Tapas mit Höhen und Tiefen aber die erhoffte geschmackliche Abwechslung, wobei 19,5 € für 9 Schälchen zwar schon ein ziemlich stolzes Sümmchen aber noch zu verkraften sind.
Zudem wollte ich mich natürlich von der Kernkompetenz des Restaurants überzeugen: den verschiedenen Gerichte rund um das Schnitzel. So sollte es das Cordon Bleu von der Brust vom Paderborner Maishähnchen sein, welche mit Truthahnschinken und Emmentaler gefüllt war und zu dem Gartengemüse und Bratkartoffeln gereicht wurden. 16,5€ wurden für dieses Gericht verlangt.
Das Cordon Bleu wurde mit wunderbar krossen Kruste serviert. Das Maishähnchenfleisch war gut gegart und damit keineswegs trocken, was bei Geflügel ja gerne sehr schnell der Fall sein kann.
Auch die Füllung erfüllte die geschmacklichen Erwartungen und war in ansprechender Menge portioniert.
Das Gemüse hätte hingegen wirklich noch etwas knackiger sein können, war aber nicht komplett übergart. Allerdings kam ich an Salz- und Pfefferstreuer hier keineswegs vorbei. Auch die ansonsten ordentlich zubereiteten Bratkartoffeln hatten würztechnisch das gleiche Manko wie das Gemüse. Bei einem Gericht mit einer kräftigen Sauce wäre das vielleicht kein Problem gewesen, da eine solche aber hier fehlte, machten die Beilagen doch einen recht geschmacksneutralen und auch etwas trockenen Eindruck.
Ein bisschen mehr hätte man aus dem Gericht also durchaus noch rausholen können, als geschmacklicher Reinfall kann es aber keinesfalls bezeichnet werden.
So bescherte mir die Schnitzelei also auch ohne Reservierung einen durchaus gelungenen Abschluss des Tages im Zentrum der Hauptstadt. Während die "deutschen Tapas" eine wirklich gut umgesetzte Abwechslung waren, gab es für mich bei der Hauptspeise noch einige Sachen, die kulinarisch auf diesem Preisniveau durchaus besser gehen.