Geschrieben am 14.06.2020 2020-06-14| Aktualisiert am
15.06.2020
Besucht am 21.07.20181 Personen
In der Lübecker Bucht ist das a-Rosa-Hotel in Travemünde weithin bekannt. Bis Anfang 2020 beherbergte es sogar noch das mit einem Stern ausgezeichnete Restaurant "Buddenbrooks", welches aber mittlerweile (schon vor der Corona-Pandemie=) geschlossen wurde.
Trotzdem wird hier aber auch externen Gästen mit der „Weinwirtschaft“ eine Anlaufstelle für etwas ausgefeiltere Küche zu moderaten Preisen, was dem Lokal auch eine "Bib Gourmand"-Auszeichnung beschert hat.
Bereits 2x bin ich hier bereits eingekehrt und möchte meine dabei gemachten Erfahrungen gerne hier teilen.
Am Wochenende konnte man hier vor der Corona-Pandemie schon ab 12:00 zu einem Mittagsmahl oder einer Stärkung einkehren (hoffentlich wird das Restaurant bald auch wieder zu solch regulären Öffnungszeiten zurückkehren). Das Ambiente lädt natürlich mit dem stilvoll mit Weinreben gestalteten Außenbereich sehr zum Verweilen ein, welche nicht nur den Restaurantnamen aufgreifen, sondern gerade im Sommer auch angenehmen Schatten spenden. Eingangsbereich. Der Außenbereich.
Bei beiden Besuchen agierte das junge Serviceteam sichtlich geschult, freundlich und auch Fragen oder Änderungswünsche zur Karte wurden gerne aufgenommen bzw. erfüllt-
Natürlich liegt der Fokus bei der Getränkekarte hier auf dem edlen Rebensaft. Doch hierzu kann ich leider keine genaueren Infos geben, da ich selbst kein Weintrinker bin. Es wird jedoch auf der, auch online einsehbaren Karte, häufig versucht, eine Verbindung von Wein und Speisen zu kreieren/vorzuschlagen.
Eine weitere Besonderheit der Speisekarte ist die Möglichkeit, verschiedene Gerichte auch in einer Art Tapas-Form als "Nascherei" zu einem kleineren Preis von 4-5€ bestellen zu können. Für mich ist dies wirklich eine tolle Idee, erlaubt sie doch, gleich mehrere Gerichte auszuprobieren, ohne dass dabei Magen und Portemonnaie zu sehr strapaziert werden.
Die Ausrichtung der Küche kann als süddeutsch bzw. Hausmannskost-orientiert bezeichnet werden.
Bei meinem ersten Besuch im Juli 2018 probierte ich dieses Angebot auch gleich mit einem Dreierlei aus.
Meine Wahl umfasste dabei zum ersten die Schlutzkrapfen mit Spinatfüllung in Kamptaler Blütenbutter mit geschmolzenen Tomaten und Ziegenkäse. Der Ravioli-ähnliche Krapfen überzeugte mit samtigem Teig und sehr leckerer Füllung. Schlutzkrapfen mit Spinatfüllung in Kamptaler Blütenbutter mit geschmolzenen Tomaten und Ziegenkäse
Weiterhin gefiel mir das Tatar von der geräucherten Bachforelle auf Pumpernickel mit roten Senfzwiebeln und Ackersalat durch Frische, angenehmer Konsistenz und ausgewogenem Verhältnis von Süße und Säure. Nur die kleinen Soßentupfer blieben neutral und brachten keinen zusätzlichen Geschmack in die Kleinigkeit. Tatar von der geräucherten Bachforelle auf Pumpernickel mit roten Senfzwiebeln und Ackersalat
Die marinierten Scheiben vom Brezenknödel hätten zu guter Letzt etwas dicker sein können, denn sie kamen geschmacklich doch eher kaum zur Geltung. Schwarzwälder Schinken und Kressesalat mussten als einzige Geschmacksträger hier herhalten, waren aber erneut mit guter Produktqualität gesegnet.
Natürlich machten all diese Portionen nicht satt, aber das soll ja auch nicht der Sinn einer „Nascherei“ sein. Nur beim Brezenknödel wirkte sich die geringe Portionierung auch geschmacklich leider etwas negativ aus. Aber das war schon ein Jammern auf etwas höherem Niveau.
Im August 2018 sollte es dann mal eine wirkliche Stärkung mit einem Gericht aus dem Tagesangebot sein. Das Saures Kachelfleisch vom Duroc-Schwein mit Schnittlauchquark, Knoblauchgurken und auf meinen Wunsch (welcher freundlicherweise gern erfüllt wurde) mit Bandnudeln statt gebratenen Drillingen für 15,2€ wollte ich mir einfach nicht entgehen lassen
Vorweg wurde als „Gruß“ etwas: Ciabatta und Sauerteigbrot mit Erbsenbutter gereicht.
Das Sauerteigbrot hatte eine doch sehr dunkle Kruste, die zwar kross, aber leider etwas bitter war. Die Krume war ansonsten schön locker und nicht trocken. Beim Ciabatta gab es hingegen nichts zu bemängeln.
Die Erbsenbutter überraschte mit einem tatsächlich wahrnehmbaren Erbsenaroma. Eine leicht Süße von der Erbse und die Buttersäure verbanden sich so sehr gut. Ciabatta und Sauerteigbrot mit Erbsenbutter
Beim Tagesgericht überzeugten die Bandnudeln schon einmal mit "al dentem" Gargrad. Sie waren noch zusätzlich mit etwas Öl und Schnittlauch angemacht, wodurch sie vor dem Austrocknen geschützt und geschmacklich etwas definiert wurden.
Das Kachelfleisch war in gebratener Form in saurem Gelee zusammen mit Karotten, Gewürzgurken und Staudensellerie eingelegt. Die Säure war nicht zu stark und ließ dem zarten Fleisch Raum zur geschmacklichen Entfaltung. Senfkörner lieferten eine sehr gut passende pikante Note.
Der Quark war ebenfalls mit frischem Schnittlauch angemacht und angenehm kühl.
An den Gurken ließ sich auch nichts aussetzen, da auch sie nicht zu sauer geraten waren. Saures Kachelfleisch vom Duroc-Schwein mit Schnittlauchquark, Knoblauchgurken und Bandnudeln
Kurz zusammengefasst kann ich nach meinen zwei Besuchen die „Weinwirtschaft“ allen Travemünde-Besuchern, die entweder einen Snack als auch eine ganze deftige Mahlzeit suchen, durchaus sehr empfehlen. Hier kann man wirklich auf eine gute Qualität hoffen, die dem in der Lübecker Bucht sowieso gehobenen Preisniveau auch gerecht wird und nicht eher einer Touristenfalle gleicht.
In der Lübecker Bucht ist das a-Rosa-Hotel in Travemünde weithin bekannt. Bis Anfang 2020 beherbergte es sogar noch das mit einem Stern ausgezeichnete Restaurant "Buddenbrooks", welches aber mittlerweile (schon vor der Corona-Pandemie=) geschlossen wurde.
Trotzdem wird hier aber auch externen Gästen mit der „Weinwirtschaft“ eine Anlaufstelle für etwas ausgefeiltere Küche zu moderaten Preisen, was dem Lokal auch eine "Bib Gourmand"-Auszeichnung beschert hat.
Bereits 2x bin ich hier bereits eingekehrt und möchte meine dabei gemachten Erfahrungen gerne hier teilen.
Am Wochenende konnte man... mehr lesen
4.0 stars -
"Gute Qualität, auch zum kleinen Preis als „Nascherei“." NoTeaForMeIn der Lübecker Bucht ist das a-Rosa-Hotel in Travemünde weithin bekannt. Bis Anfang 2020 beherbergte es sogar noch das mit einem Stern ausgezeichnete Restaurant "Buddenbrooks", welches aber mittlerweile (schon vor der Corona-Pandemie=) geschlossen wurde.
Trotzdem wird hier aber auch externen Gästen mit der „Weinwirtschaft“ eine Anlaufstelle für etwas ausgefeiltere Küche zu moderaten Preisen, was dem Lokal auch eine "Bib Gourmand"-Auszeichnung beschert hat.
Bereits 2x bin ich hier bereits eingekehrt und möchte meine dabei gemachten Erfahrungen gerne hier teilen.
Am Wochenende konnte man
Geschrieben am 12.06.2020 2020-06-12| Aktualisiert am
12.06.2020
Besucht am 12.06.2020Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 160 EUR
Nun endlich kann ich also auch einmal einen ganz aktuellen Eindruck von einem Restaurantbesuch mit euch teilen. Dieser verschlug mich dabei an diesem Freitag nach Hamburg.
Warnung vorweg: Das wird wahrlich kein kurzer Text, denn dafür durfte ich einfach zu viele Eindrücke mitnehmen, welche ich aber auch gerne teilen möchte. Also bitte ich gleich einmal für die Länge des Berichts um Entschuldigung. =).
Kurz vor der Corona-Krise blickte ich schon voller Vorfreude auf eine Reservierung im April hin. Trotz der Tatsache, dass diese Vorfreude zunächst vergebens war, änderte das nichts an dem Wunsch, einmal bei Matteo Ferrantino im „bianc“ einzukehren.
Nun konnte ich das also endlich im Juni nachholen, auch gerne ob der Tatsache, dass die Umstände und Atmosphäre natürlich nicht der Zeit vor Covid-19 entsprechen konnte. Kochen und den Sinn für Geschmack und Service hat das Team mit Sicherheit zwischenzeitlich nicht verlernt.
Also Hemd, Krawatte und Sakko an, dass muss bei mir bei so einem „Event“ einfach sein, und auf in die Hansestadt an der Elbe.
In der Hamburger Speicherstadt hat Matteo Ferrantino eine Anlaufstelle für Freunde des ausgefeilten kulinarischen
Genusses geschaffen, die sich, seiner Herkunft entsprechend, der mediterranen und italienischen Küche verschrieben hat und dafür auch bereits vom Guide Michelin nach dem ersten in diesem Jahr noch mit dem zweiten begehrten Macaron ausgezeichnet wurde. Außenansicht
Das Interieur besticht mit hellen Wänden und eleganten, geschwungenen Formen, sowie holzverkleideter Decke und entspricht dem Anspruch eines luxuriöseren Restaurants absolut. Gerade durch den zentral aufgestellten Olivenbaum
soll auch eine Verbindung zur mediterranen Heimat Ferrantinos verknüpft werden. Die Drehsessel empfand ich als eine ganz tolle und sehr gemütliche Alternative zu klassischen Stühlen, da sich so ganz entspannt und rundum zufrieden hin und her wiegen ließ. :) Innenansicht
Die offene Küche lädt ausdrücklich zu einem Blick auf die emsige Küchencrew ein. Das ließ ich mir natürlich nicht entgehen und hier gab es gleich die erste Überraschung des Abends. Mit typisch italienischem Elan winkte mich Matteo heran und arrangierte, natürlich mit Schutzmasken ausgestattet, ein Erinnerungsfoto. Das war einfach nur super sympathisch. Die offene Küche mit Chefkoch Matteo Ferrantino
Ich empfand die Einrichtung also als genau richtig, spiegelt sie doch auch gut den Anspruch an die Kulinarik hier wieder.
Dafür gibt es von mir für die Atmosphäre volle Punktzahl.
Auch das Serviceteam wusste mit Professionalität, hoher Aufmerksamkeit und Umsicht ein umfassendes Wohlgefühl zu erschaffen, in dem man sich ganz entspannt den Genüssen hingeben kann (auch trotz der hinlänglich bekannten Hygienemassnahmen, welche natürlich vorbildlich eingehalten wurden).Jede meiner wissbegierigen Fragen konnten sie
umgehend gerne beantworten. Zusammen mit der Überraschung und Herzlichkeit von Matteo bei der Fotoüberraschung muss es hier einfach ebenfalls alle Sterne geben.
3 feste Menüs werden angeboten: ein omnivores „Markt“- und ein vegetarisches „Garten“-Menü in wählbarem Umfang, sowie ein 8-gängiges Carte Blanche Menü „Emotionen“.
Meine Präferenz lag bei meinem Besuch auf der Seite des „Markt“-Menüs, dem ich mich in 5 von 6 Gänge (der gewünschte Verzicht des Desserts wurde sehr gerne gewährt) widmen wollte. 140€ schlagen dafür zu Buche. Das von mir gewählte Menü
Schon zum Auftakt setzt das Küchenteam mit einer ganzen Armada an Aperos bzw. Amuse Bouches, welche Matteo Ferrantino auch persönlich vorstellte. Das ließ sich noch nicht einmal in einem Foto erfassen!
„Austernperle“
-Nachdem sie leicht im Mund zerplatzte entfaltete sich ganz deutlich der typische von mir geliebte iodige Austerngeschmack
„Rindertatar | Schwarzer Knoblauch“
-Diese Kleinigkeit überraschte vor allem durch den schwarzen Knoblauch sehr, welcher aromatisch, aber nicht überlagernd noch eine leichte, passende Süße zum frischen Tatar beisteuerte. Der Crunch durch das
Cornet rundete den Eindruck im Mund perfekt ab. Aperos #2: „Gurke | Dill | Boquerones“ (o.); „Bacalhau Brandade | Kichererbsen“ (u.)
„Gurke | Dill | Boquerones“
-Eine knackige, ausgehöhlte Gurkenkugel mit Dillcreme gefüllt und obenauf die kleine Boquerones-Sardine. Hier hätte ich mir aber noch etwas mehr Salzigkeit durch die Sardine gewünscht, welche geschmacklich eher nicht zum Zuge kam.
„Bacalhau Brandade | Kichererbsen“
-Der Stockfisch war mit seinem Meersalzigem Aroma und herrlicher Cremigkeit klar herausgearbeitet dem die Kichererbse mit Biss eine gelungene Abwechslung bot. Aperos #3: „Entenleber | Mais | Lakritz“ (o.); „Oktopus Gallega“ (u.)
„Entenleber | Mais | Lakritz“
-Auch dies war eine gelungene aromatische Überraschung. Auf einem Macaron waren cremiger Entenleber, Lakritzgelee und obenauf Mais. Ich hätte es nicht gedacht, aber der Lakritzgeschmack fügte sich so ausgewogen und hintergründig ein, dass er der fetten Leber einen passenden Part entgegenstellte. Einzig etwas zu viel Süße war für mich ein kleiner Kritikpunkt, was aber wirklich nur das letzte Quäntchen meint. Überzeugen konnte die Kleinigkeit trotzdem.
„Oktopus Gallega“
-Klassische Oktopus Gallega aus Oktopus, Kartoffeln und Paprika wurde hier als Apero so wunderbar kreativ mit einem knusprigen Kartoffelnest, optimal gegartem Oktopus und einer klar wahrnehmbaren Paprikacreme umgesetzt. Aperos #4: „Chicken Piri-Piri“ (o.); „Gambastortilla“ (u.)
„Chicken Piri-Piri“
-Eine Praline war anscheinend aus Hühnerfarce geformt und mit Piri-Piri-Sauce gekrönt. Auch hier begeisterte der deutliche, herzhafte Hühnerfleischgeschmack, der ganz am Ende durch die leichte Schärfe noch einen Twist
erhielt.
„Gambastortilla“
-Dies war nochmals ein Umami-geprägter Snack, der trotzdem auch den Gambas geschmacklichen Raum gewährte.
Dem „Pane“ wird im „bianc“ ebenfalls ausgesprochen gehuldigt. So kommt es als eigener Gang des Menüs in Form eines Dreierleis auf den Tisch. „Focaccia | Mediterrane Büffelbutter | Oreganoblüte“ (u.); „Grissini | Lardo“ (o.)
Beim „Focaccia | Mediterrane Büffelbutter | Oreganoblüte“ sollte man die Oreganoblüte und dann die Butter zur Focaccia (welche in Anlehnung an das „Pausenbrot“ von der Mama aus Ferrantinos Kindheit in der Brottüte serviert wurde) essen. Zunächst irritierte die Blüte mit leicht bitterer Note etwas, doch in der Gesamtheit mit der luftig aufgeschlagenen Butter mit angenehmer Salzigkeit und dem perfekt fluffigen und gleichzeitig röschen Brot spielte sich mediterranes Flair at its best auf dem Gaumen ab.
„Grissini | Lardo“ verbanden fettigen Schmelz und knusprige Süße: das muss einfach funktionieren und tat es hier sich absolut. "Grüne Olive | Anchovis"
Dazu gab es eine „falschen Olive“ mit einer kleinen Sardine. Wie erhofft ploppte diese kühle Sphäre im Mund auf und setzte eine intensive Oliven-Emulsion frei. Nur muss ich ehrlich sein, dass dabei die Sardine nicht wirklich wahrzunehmen war, wie ich es mir erwünscht hätte.
Den Menü-Auftakt legte „Carabinero | Karotte | Zitrone | Olive | Feta“ hin. Carabinero | Karotte | Zitrone | Olive | Feta
Im mit Tupfern von Zitronengel bedeckten Karottenmandel war ein Carabinero-Tatar versteckt, zu dem sich Fetawürfel mit Olivenschnitten und eine Karottenemulsion gesellten.
Bereits schon mit diesem ersten Gang bewies das Team in der Küche diesen Sinn für perfekte Balance, welche mich an dieser Passion immer so begeistert. Geschmeidiges Tatar und „al dente“ Karotte bereiteten die haptische Grundlage. Für sich alleine wäre der Zylinder eigentlich zu süß gewesen. Doch genau da spielte der salzige Feta und die herbe Olive ihre perfekte Rolle im dadurch in der Gesamtheit alle Geschmäcker ausgewogen ansprechenden Gericht.
Es folgte mit „Lirio | Tomate | Kapern | Kichererbsen“ der 2. Gang. Lirio | Tomate | Kapern | Kichererbsen
Bei Lirio handelt es sich um eine portugiesische Makrele, welche hier als Tatar auf einer gegrillten Tomatenscheibe serviert wurde. Dazu kamen Kichererbsen- und Basilikumcreme, Kapern, rote Zwiebeln, sowie eine frisch angegossene Basilikumemulsion.
Nach dem gelungenen Auftakt konnte mich auch dieser Gang geschmacklich überzeugen, allerdings auf eine andere Art, als ich zuvor erwartete. Denn um ehrlich zu sein spielte das Makrelentatar hier geschmacklich keine wirkliche Hauptrolle, sondern gab eher etwas Volumen und Biss für die Aromenmelange aus Tomate, Basilikum, Kapern und Zwiebeln. Deren Zusammenspiel versetzte direkt an das Mittelmeer. Auch hier wurde wieder eine tolle Überraschung eingebaut, denn gepuffter Amaranth, welcher am Rand der Emulsion den Teller umringte, lieferte eine willkommene crunchige Abwechslung.
Der dritte Gang fuhr mit „Jakobsmuschel | Olivenölsud | Grapefruit“ fort. Jakobsmuschel | Olivenölsud | Grapefruit
Im Hauptteller umgaben eine gebratene Jakobsmuschel kleine Grapefruitstücke und Salicorn zu dem Matteo persönlich einen Olivenölsud angoss. A part wurde noch eine gebackene Praline mit Jakobsmuscheltatarfüllung gereicht.
Hier spielte die erstgenannte Zutat auch wieder die absolute Hauptrolle: warm, fleischig, saftig und trotzdem obenauf knusprig und mit tollen Röstaromen. Diese Jakobsmuschel war nichts anderes als eine Wucht. Ihr Geschmack blieb auf Grund dieser Qualität stets im Vordergrund und wurde durch die Beigaben so nur mit Säure, Salz, leichter Bitternote und Fruchtigkeit. Für letzteres zeigte sich auch vor allem der großartige Olivenölsud verantwortlich.
Doch auch die Praline konnte sich geschmacklich voll in mein Gedächtnis brennen, denn die krosse Hülle mit erneut aromatischen Jakobsmuscheltatar komplettierte ein intensiver Tupfer von Olivenmajonnaise zur Vollkommenheit.
Auch im vorletzten meiner gewählten 5 Gänge blieb man kulinarisch noch einmal im kühlen Nass mit „Rotbarbe | Chipirones | Schwarze Pil-Pil Sauce“. Rotbarbe | Chipirones | Schwarze Pil-Pil Sauce
Eine mit Chipirones (=Baby-Kalmare) bedeckte Tranche der Rotbarbe thronte auf einem Kartoffelespuma und mit Sepiatonte schwarz gefärbter Pil-Pil Sauce.
Die kleinen Fangarme funktionieren für mich mit ihrer tollen Konsistenz fast wie eine „Meeres-Pasta“, die dem, natürlich toll gebratenen und trotzdem glasigen, Fisch geschmacklich unterstütze. Cremig umschmiegte der Kartoffelespuma dieses Paar und lieferte mit kleinen, frittierten Kartoffelwürfelchen noch etwas Biss. Auch die Pil-Pil Sauce erfüllte einen passenden Part in dem sie dem Meer eine herzhafte Erdigkeit hinzufügte.
Den krönenden Abschluss meines Menüs sollte „Stubenküken | Pimentos del Piquillo | Ajillo Jus“ bilden. Stubenküken | Pimentos del Piquillo | Ajillo Jus
Überraschend wirkte zunächst die für einen Hauptgang doch starke Reduziertheit. Doch wie immer sollte man sich davon doch nicht täuschen lassen. Diese kleine Stubenkükenbrust war für meinen Geschmack einer fetten Ente in seinem fleischigen Geschmack keineswegs unterlegen. Dafür sorgten auch ganz kleine Würfel auf der gerösteten Oberseite, die den kräftigen Geschmack akzentuierten (vielleicht frittierte Haut?).
Die dazu gesellte Sphäre der Pimiento fügte sich in das pikante Bild passend ein.
Zum mageren Küken lieferte eine Aiolisphäre den fettig-geschmeidigen Ausgleich.
Auch die Jus war in ihrer Intensität über jeden Zweifel erhaben, wenngleich sich ein geschmacklicher Unterschied durch den Zusatz „Ajillo“ (Knoblauch/Petersilie) nicht hervortat.
Insgesamt also ein wirklich kräftiger herzhafter Abschluss, wenngleich er auch keine große geschmackliche Überraschung offenbarte.
Trotz Dessertverzichts verabschiedet natürlich auch das „bianc“ seine Gäste nicht ohne eine reiche Auswahl an Petit fours mit „Caneles | Kardamom | Rum“; „Mocca-Macaron | Tonic | Pinienkerne“; „Kirsche | Mascarpone | Thymian“; „Salzkaramell-Praline“ und „Brownie | Ananas | Whisky“. Petit four (von oben links im Uhrzeigersinn): "Mocca Macaron | Tonic | Pinienkerne" ; "Salzkaramell-Praline" ; "Caneles | Kardamom | Rum" ; "Kirsche | Mascarpone | Thymian" ; "Brownie | Ananas | Whisky"
Allesamt waren diese fein gearbeitet und geschmacklich in dem Quintett alleinstehend, auch wenn die annoncierten Aromen mir mal sehr gut und mal eher nicht klar wahrnehmbar erschienen.
Am besten gefiel mir der luftige Mocca Macaron mit einem deutlichen Kaffeearoma, zu dem sich kühles Tonicgelee erfrischend gesellte und dem süße Pinienkerne den passenden Crunch hinzufügten.
Zusammengefasst bescherte das "bianc" drei Stunden wirklich umfassenden Glückes und Zufriedenheit.
Der doppelten Michelin-Auszeichnung und dem Preis-Niveau wurde die gebotene Erfahrung auf der einen Seite durch die vom Service und Ambiente erzeugten Atmosphäre bereits absolut gerecht.
Auch die Kulinarik überzeugte mich mit intensiven Aromen, sehr gutem Handwerk und überraschte, trotz Ausgewogenheit immer wieder mit einigen haptischen und geschmacklichen Twists.
Da es manchmal auch ein paar Sachen gab, die für mich noch zur Perfektion gefehlt hätten (zB beim Lirio, der
„falschen Olive“ und ein paar der Aperos und Petit fours) und ich immer an den Ansprüchen eines Restaurants messen will, muss ich aber hier ein einziges Mal ein halbes Sternchen noch als Luft nach ganz oben lassen.
Ich bereue es trotzdem mit keiner Zelle meines Körpers, diesen Besuch bereits in der aktuellen Zeit mit den gegebenen
„Besonderheiten“ begangen zu haben und würde ihn auch liebend gerne wiederholen.
Für den Gesamteindruck bleiben dann für mich also trotzdem nur eine volle Punktzahl als rechtmäßig übrig. :-)
Nun endlich kann ich also auch einmal einen ganz aktuellen Eindruck von einem Restaurantbesuch mit euch teilen. Dieser verschlug mich dabei an diesem Freitag nach Hamburg.
Warnung vorweg: Das wird wahrlich kein kurzer Text, denn dafür durfte ich einfach zu viele Eindrücke mitnehmen, welche ich aber auch gerne teilen möchte. Also bitte ich gleich einmal für die Länge des Berichts um Entschuldigung. =).
Kurz vor der Corona-Krise blickte ich schon voller Vorfreude auf eine Reservierung im April hin. Trotz der Tatsache, dass... mehr lesen
5.0 stars -
"Italienisches Genusserlebnis in der Speicherstadt - ein rundum glücklich machender Abend, auf den ich nicht noch länger hätte warten wollen." NoTeaForMeNun endlich kann ich also auch einmal einen ganz aktuellen Eindruck von einem Restaurantbesuch mit euch teilen. Dieser verschlug mich dabei an diesem Freitag nach Hamburg.
Warnung vorweg: Das wird wahrlich kein kurzer Text, denn dafür durfte ich einfach zu viele Eindrücke mitnehmen, welche ich aber auch gerne teilen möchte. Also bitte ich gleich einmal für die Länge des Berichts um Entschuldigung. =).
Kurz vor der Corona-Krise blickte ich schon voller Vorfreude auf eine Reservierung im April hin. Trotz der Tatsache, dass
Geschrieben am 11.06.2020 2020-06-11| Aktualisiert am
11.06.2020
Besucht am 21.01.20191 Personen
Rechnungsbetrag: 10 EUR
Seit 2019 hat das bereits seit langem in der Lübecker "Einkaufsmeile" Hüxstraße ansässige italienische Restaurant "Miera" direkt gegenüber von ihrem Stammhaus mit der "Nudelbude" ein (welch Überraschung) Pasta-Bistro geschaffen, dass also auch Kurzentschlossenen die beliebteste Speise der Deutschen frisch und hausgemacht anbieten soll.
Auch ich wollte schon damals die Möglichkeit keineswegs auslassen, mir von dem hier gewährten Angebot einen eigenen Eindruck zu machen und begab mich deshalb an einem frühen Nachmittag für eine kurze Einkehr hierher.
Der Stil der Einrichtung des ist modern, gemütlich und für mein Empfinden auch ausgeleuchtet. Angenehm eingestellte italienische Musik trägt zum Ambiente positiv bei.
Am Ende des Gastraumes erlaubt es die offene Küche, bei der Zubereitung der gewählten Speise gleich mit zuzuschauen.
Noch authentischer geht es am Eingangsbereich zu, wo die Nudelmaschine und der Platz zur Teigverarbeitung nicht nur Schmuckwerk sind, sondern tatsächlich Verwendung finden.
Getrocknete Pasta und verschiedene Soßen lassen sich hier auch für die häusliche Verwendung kaufen. Außenansicht mit dem Eingangsbereich. Ganz hinten befindet sich die offene Küche, gleich vorne rechts die "Pasta Manufaktur". Die Nudelmaschinen sind hier wahrlich nicht nur Deko.
Der Herr, der sich sowohl um Service als auch Speisenzubereitung kümmerte, machte seine Arbeit trotz der "Mehrfachbelastung" sehr freundlich und mit Ruhe.
Ganz toll war auch, dass er mir sogar die von mir favorisierte Speise zubereitete, welche ich zuvor auf der Karte im Internet erspähte, welche aber auf dem Tagesangebot vor Ort gar nicht mehr aufgeführt war.
Die eigentliche, junge weibliche Servicekraft hätte sich zwischendurch vielleicht auch nach dem Wohlbefinden erkundigen und somit etwas mehr Interesse am Gast zeigen, sowie allgemein etwas aufmerksamer sein können.
Ebenso wichtig ist nun aber natürlich auch, was die Nudelspezialitäten wohl qualitativ bieten konnten.
Die regelmäßig wechselnde Auswahl passt auf ein Blatt, was ich persönlich aber wesentlich besser als ein zu großes Angebot finde (gewährt es doch mehr Chancen auf frische Zutaten/Zubereitung). Trotzdem hält es für jedwegen Geschmack etwas bereit. Neben einigen Antipasti und Desserts spielen die verschiedenen Pastasorten in Soßen mit vegetarischer Ausrichtung, mit Fisch oder Fleisch natürlich die Hauptrolle.
Meinen persönlichen Appetit sprachen die "Papardelle mit Kapern-Oliven-Sugo und Ziegenfrischkäse" am meisten an, welche ich wie gesagt auf der Online-Speisenkarte vorfand.
Die Gargrad der Pasta waren für meinen Geschmack optimal al dente getroffen.
Das Spannende ist natürlich bei diesem Gericht, die Säure der Kapern und leicht herbe Oliven mit dem abmildernden Frischkäse in guten Einklang zu bringen. Das ist meiner Meinung nach auch gut gelungen, nur der Sugo hätte für mich persönlich noch fruchtiger sein können.
Auch angesichts der Portionsgrösse lässt sich das Preis-Leistungs-Verhältnis bei 9,5€ jedoch trotzdem noch gut bewerten. Papardelle mit Kapern-Oliven-Sugo und Ziegenfrischkäse
Unterm Strich konnte die "Nudelbude" des Miera mich als Bistro in allen Bereich durchaus überzeugen und ist somit für eine schmackhafte Pasta-Rast auf jeden Fall empfehlenswert.
Seit 2019 hat das bereits seit langem in der Lübecker "Einkaufsmeile" Hüxstraße ansässige italienische Restaurant "Miera" direkt gegenüber von ihrem Stammhaus mit der "Nudelbude" ein (welch Überraschung) Pasta-Bistro geschaffen, dass also auch Kurzentschlossenen die beliebteste Speise der Deutschen frisch und hausgemacht anbieten soll.
Auch ich wollte schon damals die Möglichkeit keineswegs auslassen, mir von dem hier gewährten Angebot einen eigenen Eindruck zu machen und begab mich deshalb an einem frühen Nachmittag für eine kurze Einkehr hierher.
Der Stil der Einrichtung des ist modern, gemütlich... mehr lesen
Nudelbude Pasta Manufaktur
Nudelbude Pasta Manufaktur€-€€€Bistro045147991806Hüxstraße 64, 23552 Lübeck
4.0 stars -
"Frische hausgemachte Pasta-Gerichte aus offener Küche - durchaus empfehlenswert." NoTeaForMeSeit 2019 hat das bereits seit langem in der Lübecker "Einkaufsmeile" Hüxstraße ansässige italienische Restaurant "Miera" direkt gegenüber von ihrem Stammhaus mit der "Nudelbude" ein (welch Überraschung) Pasta-Bistro geschaffen, dass also auch Kurzentschlossenen die beliebteste Speise der Deutschen frisch und hausgemacht anbieten soll.
Auch ich wollte schon damals die Möglichkeit keineswegs auslassen, mir von dem hier gewährten Angebot einen eigenen Eindruck zu machen und begab mich deshalb an einem frühen Nachmittag für eine kurze Einkehr hierher.
Der Stil der Einrichtung des ist modern, gemütlich
Geschrieben am 10.06.2020 2020-06-10| Aktualisiert am
10.06.2020
Besucht am 27.07.2017Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 125 EUR
Im Rahmen eines Schwarzwaldurlaubes im Juli 2017 durfte ich an einem Abend im Rahmen des vom "Hotel Berlins Krone Lamm" angebotenen "Gourmet-Schnupperangebot" in einem 6-Gang-Menü die Küche von Franz Berlin und seinem Team genießen.
Im ebenfalls "Krone" genannten Nebenhaus des Hotels ist das Restaurant ganz unspektakulär und recht schlicht eingerichtet. Man würde zunächst gar nicht vermuten, dass man hier in einem mit einem Michelin-Stern prämierten Lokal Platz nimmt. Gemütlich war es aber trotzdem. Interieur.
Bedient wurde ich an diesem Abend vom Sommelier des Hauses und einem weiteren älteren Herrn. Beide waren natürlich höflich, aber für meinen Geschmack wäre etwas mehr lockere Herzlichkeit noch schöner gewesen, wie ich es schon in anderen Gourmetrestaurants erleben durfte. Der Sommelier war durchaus
kommunikativ und für interessante Unterhaltungen offen. Fragen hinsichtlich der Speisen wurden auch gerne beantwortet oder in der Küche nachgefragt.
Nun aber zum wichtigen, kulinarischen Teil:
Nach einem kleinen Tee als Aperitiv folgten 4 Kleinigkeiten als 1. Amuse Bouche: Eine kleine Lauchquiche mit Röstzwiebeln und Sauerrahmeis; Roastbeef mit Pilzragout und einer fruchtig-säuerlichen Creme; ungarischer Schinken mit Brotchip und fruchtigem "Kaviar", sowie ein Sauerteigchip mit Tomatenragout und Knoblauch-Aioli.
Alle Aperos waren handwerklich von guter Qualität, hinsichtlich der geschmacklichen Intensität aber doch etwas zurückhaltend/unspektakulär.
Am besten gefiel mir die Mini-Quiche, die mit einem schönen Temperaturspiel zwischen warmer Quiche und Sauerrahmeis und Texturspiel durch die krossen Röstzwiebeln spielte. Aperos (von rechts unten im Uhrzeigersinn):Lauchquiche mit Röstzwiebeln und Sauerrahmeis; Roastbeef mit Pilzragout und einer fruchtig-säuerlichen Creme; ungarischer Schinken mit Brotchip und fruchtigem "Kaviar", sowie ein Sauerteigchip mit Tomatenragout u
Es das Brot mit gesalzener Butter aus der Normandie. Das Brot war sehr gut: warm, mit fluffiger Krume und toller Kruste. Auch die Butter war von ausgezeichneter Qualität: da brauchte ich sogar einmal Nachschlag. Brot mit gesalzener Butter aus der Normandie.
Als 2. Amuse Bouche wurde "Zander, Kirsche, Pfifferling" serviert (leider ohne Bild, sorry). Der Zander war sehr zart und die Pfifferlinge hatten Biss.
Für meinen persönlichen Eindruck war die Kirschsauce hier jedoch zu groß portioniert und dadurch eher ein Störfaktor als förderliche Komponente. Statt leicht fruchtigem Kirscharoma dominierte hier eher eine Säure, welche für mein Empfinden den Fisch und die Pfifferlinge überlagert, sodass diese geschmacklich eher untergingen.
Das eigentliche Menü startete nun mit "Eingelegter Wassermelone / Gefüllte Falafel mit Erbse / Erdnusssoße". Schon beim Angießen der Soße versprühte diese ein deutliche wahrnehmbares Aroma. Die Erdnuss kam zudem als knackig-salzige "Nic-Nacs" auf den Teller. Die Erbsen waren knackig und das Erbseneis aromatisch und erfrischend. Mit dem Eis war auch die wunderbar lockere Falafel gefüllt. Die Melone kam im Geschmacksbild eher weniger zur Geltung, funktionierte aber als eine erfrischende, süßliche Beigabe. Das war wirklich toller erster Gang. "Eingelegte Wassermelone / Gefüllte Falafel mit Erbse / Erdnusssoße"
Weiter ging es mit "Abgeflämmtem Carabinero / Garnelentatar / Jalapenomousse / dazu eingelegte Gurke und Chorizo".
Das Garnelentatar verbarg sich in einem Geleemantel. Ebenso wie im Tatar war auch das geflämmte Stück vom Carabinero schön knackig und überzeugte mit guter Produktqualität.
Gurke kam als wunderbar aromatischer Schaum und knackige Röllchen dazu.
Die Blutwurstchips lieferten die benötigte Portion Crunch, Salz und Umami zu dem das Jalapenomousse Cremigkeit und wohl dosierte Schärfe beifügte.
Große Klasse war zudem die Dillcreme, die schon als kleine Messerspitze deutlich hervorschmeckte.
Das war also ebenso eine sehr überzeugende Komposition. "Abgeflämmter Carabinero / Garnelentatar / Jalapenomousse / dazu eingelegte Gurke und Chorizo".
Ebenso überzeugen konnte auch das "Wildkräutersüppchen / Linsengemüse / Waldmeistersorbet / Löwenzahnmousse".
Die Suppe konnte den erhofften Geschmack eines frischen Kräuterbeetes wahrlich erfüllen.
Das Waldmeistersorbet fügte eine angenehme süße und passenden Temperaturkontrast.
Ein Quader aus Löwenzahnmousse bzw -Gelee war an sich herb-bitter, passte aber in Kombination mit der Suppe sehr gut.
Die knackigen Linsen lieferten ebenso Biss wie das erneut luftige aber außen auch krosse Falafelbällchen mit Erdnuss. "Wildkräutersüppchen / Linsengemüse / Waldmeistersorbet / Löwenzahnmousse".
"Bretonischer Rochenflügel / Bergamottenöl / Paprika-Bohnenragout / Kokosnusslimonenschaum" folgte als 4. Teil des Menüs, der für mich nun leider etwas abfiel.
Der Rochen war zwar optimal gegart und die Beigaben in Form von weißem Bohnen, Paprikaragout und Pimientos de Padron handwerklich gut zubereitet. Letztere waren meiner Meinung nach aber doch etwas zu herb und leicht bitter und damit eher weniger förderlich für die gesamten Geschmackseindruck.
Beim Kokosnuss-Limonenschaum war für mein Empfinden zudem die Säure zu stark dominierend.
Fachlich sicher ein gut zubereitetes Gericht, bei dem mir aber die geschmackliche Verbindung der Einzelkomponenten war nicht so ganz schlüssig werden wollte. "Bretonischer Rochenflügel / Bergamottenöl / Paprika-Bohnenragout / Kokosnusslimonenschaum"
Hauptgang des Menüs war nun "Mika Kalbskotelette in Löwenzahn-Buttermilch gegart / Romanasalat / Olivencrumble / Parmesankroketten".
Zur Einstimmung auf das Gericht wurde etwas von der Löwenzahn-Buttermilch gereicht, in der das Kalb gegart wurde. Ein leicht herbe Aroma vom Löwenzahn kam dabei auch gut rüber und wurde von der Buttermilch schön aufgefangen. Löwenzahn-Buttermilch zum Hauptgang.
Das darauf folgende Kotelette war sehr zart und wahrscheinlich sous-vide zubereitet. Allerdings fehlte mir hier doch etwas die Kernigkeit, die ein schönes Nachbraten in der Pfanne noch hervorgerufen hätte.
Die dazu gereichte Sauce mousseline hatte ein feines Estragon-Aroma. Dazu gab es klassisch ein paar Kapern in frittierter Form.
Ebenso befanden sich knackiger Romanasalat, Oliven und ein Löwenzahn-Mousse auf dem Teller, die das Gericht gut ergänzten.
Auch die kleinen Kroketten waren kross und locker zugleich und die Parmesanchips passten als crunchige Abwechslung ebenfalls ins Bild.
Wie gesagt, nur das Fleisch blieb mir hier als Hauptakteur doch eigentlich geschmacklich etwas blass. "Mika Kalbskotelette in Löwenzahn-Buttermilch gegart / Romanasalat / Olivencrumble / Parmesankroketten"
Der Käsegang kam hier als eigenständiges Gericht namens "Pumpernickelsouffle / Münsterkäse / Bärlauchcotta / Molkecreme" daher.
Ein wunderbar fluffiges Souffle mit Pumpernickel war mit Münsterkäse gefüllt und befand sich auf etwas Bärlauch: eine tolle Kombination.
Ebenso großartig auch die a part aufgestellte Kombination von aromatischer Bärlauchcotta, süßlicher Molkecreme, Pumpernickelcrumble und cremig verarbeitetem Käse. "Pumpernickelsouffle / Münsterkäse / Bärlauchcotta / Molkecreme"
Zum Abschluss entschied ich mich von der Pralinenauswahl noch für: "exotische Praline nach Geheimrezept", 75%-ige Schokolade aus Ecuador, einer Kaffee-Schokoladen-Praline und einer Praline mit Vanille und Birne. Hier war jedes Exemplar für sich geschmacklich einzigartig und wirklich köstlich Pralinenauswahl (von 12 Uhr an im Uhrzeigersinn): "exotische Praline nach Geheimrezept", 75%-ige Schokolade aus Ecuador, einer Kaffee-Schokoladen-Praline und einer Praline mit Vanille und Birne.
Insgesamt betrachtet lieferte das Menü, passend zum Schwarzwald, durchaus hohe Berge (vor allem beim ersten Gang mit Erbse/Erdnuss/Wassermelone; dem Carabinero; der Wildkräutersuppe und dem Käsegang), aber in aller Ehrlichkeit auch kleine Täler (der Zander zum Amouse Bouche oder auch der Rochen sowie das etwas blasse Kalbskotelette).
Diese waren zwar fachlich gut zubereitet waren, bei aber geschmacklich fehlte das gewisse Etwas oder das Zusammenspiel der Komponenten für meinen wurde für mein Empfinden nicht klar.
Auch wenn ich hier jetzt angesichts der Michelin-Stern-Auszeichnung aus genannten Gründen deshalb nicht die volle Punktzahl vergebe, möchte ich doch betonen, dass ich aber definitiv kulinarisch zufrieden und glücklich aus dem Abend ging.
Im Rahmen eines Schwarzwaldurlaubes im Juli 2017 durfte ich an einem Abend im Rahmen des vom "Hotel Berlins Krone Lamm" angebotenen "Gourmet-Schnupperangebot" in einem 6-Gang-Menü die Küche von Franz Berlin und seinem Team genießen.
Im ebenfalls "Krone" genannten Nebenhaus des Hotels ist das Restaurant ganz unspektakulär und recht schlicht eingerichtet. Man würde zunächst gar nicht vermuten, dass man hier in einem mit einem Michelin-Stern prämierten Lokal Platz nimmt. Gemütlich war es aber trotzdem.
Bedient wurde ich an diesem Abend vom Sommelier des Hauses und einem weiteren älteren Herrn. Beide... mehr lesen
Berlins Krone · Gourmet-Restaurant · Hotel Berlins KroneLamm
Berlins Krone · Gourmet-Restaurant · Hotel Berlins KroneLamm€-€€€Sternerestaurant0705392940Marktplatz 1-3, 75385 Bad Teinach-Zavelstein
3.5 stars -
"Ein tolles Menü, aber nicht ganz der Gipfel." NoTeaForMeIm Rahmen eines Schwarzwaldurlaubes im Juli 2017 durfte ich an einem Abend im Rahmen des vom "Hotel Berlins Krone Lamm" angebotenen "Gourmet-Schnupperangebot" in einem 6-Gang-Menü die Küche von Franz Berlin und seinem Team genießen.
Im ebenfalls "Krone" genannten Nebenhaus des Hotels ist das Restaurant ganz unspektakulär und recht schlicht eingerichtet. Man würde zunächst gar nicht vermuten, dass man hier in einem mit einem Michelin-Stern prämierten Lokal Platz nimmt. Gemütlich war es aber trotzdem.
Bedient wurde ich an diesem Abend vom Sommelier des Hauses und einem weiteren älteren Herrn. Beide
Besucht am 06.10.20181 Personen
Rechnungsbetrag: 10 EUR
Mit dem "Cafe Marae" in der Engelsgrube hat sich nun bereits seit August 2016 ein Gastronomiebetrieb in der Lübecker Altstadt etabliert und gehalten, der seine Küche komplett vegan auslegt. Natürlich ist Veganismus ein sehr streitbares Thema und soll in diesem Beitrag auch keineswegs im Fokus stehen (dafür gibt es ja das Forum =) ). Aber ich persönlich respektiere diese Haltung auf jeden Fall, solange sie ausschließlich aus dem Blick auf das Tierwohl (also nicht angebliche gesundheitliche Vorteile) und vor allem nicht auf alles andere anklagende und aufdringlich gelebt wird.
Das es sich beim "Marae" um ein Familiengeführtes Lokal handelt, merkt man sowohl bei der Einrichtung als auch dem Service.
Im Hauptraum wurde viel mit naturgewachsenem Holz (z.B. bei Tischen und Stühlen) und Pflanzen gearbeitet. Auch die Wände haben etwas Farbe und sind mit ein paar Bildern geschmückt. Zusammen mit der Retro-Sofa-Ecke lädt das Ambiente so durchaus zu einem bequemen Verweilen ein. Innenansicht mit Blick auf die Theke. Die "Retro-Sofa-Ecke".
Bei meinem Besuch für ein kurzes Mahl wurde ich freundlich und offenherzig von dem Betreiber hinter der Theke (seine Frau zeichnete sich an diesem Tag für die Zubereitung der warmen Speisen verantwortlich) begrüßt. Auch für kleines Gespräch über das Cafe bzw. später über den Pass auch mit der Köchin über ihre Speise war man gerne zu haben.
Positiv fand ich zudem, dass mir sehr gerne eine Änderung bei dem von mir bestellten Gericht gewährt und erfüllt wurde.
Als Cafe wird hier zum einen eine breite Auswahl an veganem Gebäck bzw. ungebackenen Rohkostkuchen und -torten angeboten, welche ich zwar nicht selber verköstigt habe, deren Qualität mir aber schon als überraschend gut berichtet wurde.
In einer wöchentlich wechselnden Karte werden zudem auch eine Handvoll warme Gerichte für den herzhaften Hunger angeboten.
Vor Beginn der Corona-Pandemie fanden in unregelmäßigen Abständen auch an Wochenende "Themen-Brunchs" statt, die sich der Kulinarik eines bestimmten Teils der Welt widmen sollten.
Mir war es an diesem Nachmittag nach einer herzhaften Stärkung, wobei mich ganz speziell das "Arabische Auberginencurry" besonders Ansprach. Wie erwähnt wurde mir hier gerne der Wunsch gewährt, den Reis (den ich an diesem Tag schon hatte und daher Abwechslung benötigte) durch Pasta zu ersetzen, was in Form von Spirelli umgesetzt wurde.
Die Spirelli konnten bereits mit für mich optimal al dente gegarter Konsistenz mit angenehmen Biss überzeugen.
Das Curry an sich machte neben den Auberginen noch Kichererbsen, geröstete Cashewkerne, Tomaten und etwas Petersilie aus. So verband sich die weiche, leicht fleischige Konsistenz der Aubergine sehr gut mit dem Crunch der Cashewkerne und den knackigen, im Inneren aber trotzdem cremigen Kichererbsen.
Auch geschmacklich konnte mich das Gericht überzeugen. Das Curry wies klar wahrnehmbare Aromen von Koriander, Kardamon und vielleicht auch Ras el Hanout auf, womit es sich deutlich von einem indischen oder südostasiatischen Curry unterschied. Der erwartete "arabische" Geschmack konnte also voll erfüllt werden. Arabisches Auberginen-Curry (auf meinen Wunsch mit Pasta statt Reis)
In anderen Lokalen mag solch ein Mahl sicherlich weniger als 9,9€ kosten, aber so zufrieden und auch angenehm gesättigt, wie ich das "Cafe Marae" wieder verließ, kann ich persönlich auch beim Preis-Leistungs-Verhältnis nicht meckern.
Für mich ist das "Cafe Marae" also auch trotz (oder vielleicht gerade wegen) seiner alternativen Ausrichtung ein absolut empfehlenswerter Anlaufpunkt für jeden, der sich mal nach ganz neuen Gerichtskompositionen und Abwechslung für ein Mahl zwischendurch sehnt.
Hier werden auf jeden Fall auch Omnivore glücklich.
Mit dem "Cafe Marae" in der Engelsgrube hat sich nun bereits seit August 2016 ein Gastronomiebetrieb in der Lübecker Altstadt etabliert und gehalten, der seine Küche komplett vegan auslegt. Natürlich ist Veganismus ein sehr streitbares Thema und soll in diesem Beitrag auch keineswegs im Fokus stehen (dafür gibt es ja das Forum =) ). Aber ich persönlich respektiere diese Haltung auf jeden Fall, solange sie ausschließlich aus dem Blick auf das Tierwohl (also nicht angebliche gesundheitliche Vorteile) und vor allem nicht auf... mehr lesen
4.5 stars -
"Alternativ ausgerichtet, aber für mich auch tatsächlich eine lohnenswerte Alternative für Zwischendurch." NoTeaForMeMit dem "Cafe Marae" in der Engelsgrube hat sich nun bereits seit August 2016 ein Gastronomiebetrieb in der Lübecker Altstadt etabliert und gehalten, der seine Küche komplett vegan auslegt. Natürlich ist Veganismus ein sehr streitbares Thema und soll in diesem Beitrag auch keineswegs im Fokus stehen (dafür gibt es ja das Forum =) ). Aber ich persönlich respektiere diese Haltung auf jeden Fall, solange sie ausschließlich aus dem Blick auf das Tierwohl (also nicht angebliche gesundheitliche Vorteile) und vor allem nicht auf
Geschrieben am 08.06.2020 2020-06-08| Aktualisiert am
08.06.2020
Besucht am 24.12.2019Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 215 EUR
An solch einem Feiertag wie dem Heiligabend sollen Genuss und Qualität in der familiären Gemeinsamkeit definitiv über jeglichem Geiz stehen.
Dabei ist verständlicherweise gerade an diesem Tag die Restaurantauswahl häufig sehr begrenzt: so auch in Leipzig.
Unter den geöffneten Restaurants steckten wir unsere Hoffnungen in das Hausrestaurant des Steigenberger Hotels „Brasserie Le Grand“, welches auch ein Heiligabend-Menü auf Reservierung anbot.
Das Restaurant war zu diesem Anlass nicht überbordend aber trotzdem dezent geschmückt und gewährte auch mit dem bequemen Sitzmöbiliar eine angenehme Atmosphäre.
Auch wenn die Tische schon recht eng standen war die Lautstärke stets angenehm und private Unterhaltungen ohne Störung gut möglich. Innenansicht.
Das Serviceteam agierte durchweg freundlich und aufmerksam. Positiv war zu Beginn des Menüs auch das Tempo, mit dem die Gänge des Menüs serviert wurden (nicht zu schnell oder langsam), nur vor dem Hauptgang fühlte man sich angesichts der langen Pause etwas vergessen.
Nun aber zum wichtigsten Teil: dem kulinarischen Eindruck, den das Küchenteam mit seinen Kreationen hinterlassen konnte.
Die Annoncierung der 6 Gänge rief mit Komponentenreichtum und hochwertigen Zutaten auf jeden Fall eine Erwartung von Kreativität und vor allem Qualitätsbewusstsein hervor.
Zunächst wurde als Tischgedeck eine Gänserilette mit einer Auswahl an verschiedenen Gebäcken aufgetischt.
Die Rilette war recht mild aber trotzdem gut abgeschmeckt, nur etwas saftiger hätte sie sein können. Leider waren die dazu angebotenen Gebäcke (Kümmel- und Schinkenbrötchen sowie Oliven-Parmesan-Stange) jeweils kalt und nicht mehr wirklich frisch. Das war etwas schade. Gänserilette zum Brot.
Als Amuse Bouche kam eine kleine Frühlingsrolle mit Gans und Teriyaki-Mayonnaise auf den Tisch. Die Frühlingsrolle war noch knusprig und die Füllung schön warm. Die Mayonnaise überzeugte mit feiner Säure und auch leichter Süße vom Teriyaki. Amuse Bouche: Frühlingsrolle mit Gans und Teriyaki-Mayonnaise
Der offizielle Auftakt mit einem wahren Füllhorn aus dem Meer legte ebenfalls einen guten und hoffnungsreichen Start hin.
Eine glasige und schön geröstete Jakobsmuschel mit Forellenkaviar reihte sich neben einen ebenso sehr frischen Kaisergranat mit passender Meerrettichschärfe ein.
Die kleinen Vongole waren überraschend aromatisch und beim Garnelentatar waren Schärfe und Säure von eingearbeiteten Kimchi ebenfalls sehr gut dosiert.
Zu guter Letzt war der feine Thunfisch wie bei einem Tataki leicht angegart und in ein Noriblatt gehüllt, welches ein weiteres iodiges Aroma hinzulieferte. Fruits de Mer: Thunfisch im Noriblatt | Gebratene Jakobsmuschel | Kaisergranat | Garnelen-Kimchi-Ceviche | pochierte Vongole (Venusmuschel) | Kaffir-Limetten-Creme | schwarze Sesamhippe
Geerdeter sollte es mit einer getrüffelten Maronensuppe weitergehen, zu der sich eine Ballontine vom Hirschrücken gesellte.
Obwohl die Suppe schön sämig und auch die Roulade saftig und zart war, dominierte eine für uns wirklich zu starke Süße diesen Gang allzu sehr.
Auch ein Trüffelaroma war nicht wahrnehmbar.
Da konnte das Niveau vom ersten Gang leider nicht gehalten werden. Hirschrücken-Ballotine vor dem Angießen der Suppe Getrüffelte Maronensuppe | Hirschrücken-Ballotine
Beim Ravioli mit Entenleberfüllung war die Balance aus deren Herzhaftigkeit im Verhältnis zur süßen Portweinzwiebel zwar wieder besser getroffen und auch die Morcheln hatten angenehmen Biss und Aroma, allerdings war der Ravioli-Teig für mein Empfinden doch zu dick und der Ziegenkäse-Macaron wiederum einfach nur indifferent süß. Hier bitte ich die schlechtere Qualität des Bildes demütig zu entschuldigen. :( Foie Gras Ravioli | Ragout von der Morchel | Portwein-Feigen-Ziegenkäse-Macaron
Ein Gin-Tonic-Sorbet mit Kumquat-Zitronengras-Kaviar sorgte anschließend für eine gelungene Erfrischung vor dem Hauptgang.
Dabei war vor allem die leichte Bitternote der Kumquats positiv überraschend, während von
Zitronengras eher nichts zu spüren war. Gin-Tonic-Sorbet | Kumquat-Zitronengras-Kaviar
Aus der Wahlmöglichkeit zwischen Fisch und Fleisch entschied ich mich für letztere Option, welche sich ganz dem veredelten „Luma“-Rind widmete.
Beim sous-vide gegarten Rinderfilet war der Gargrad optimal getroffen und auch das Bäckchen war sehr zart geschmort.
Geschmacklich überzeugen konnten auch die Sauce und der Lack des Bäckchens.
Das Roastbeef war hingegen recht trocken und das Pastinaken-Püree leider erneut sehr süß.
Die Rübenvariation konnte mit Biss handwerklich hingegen wieder überzeugen. Dreierlei von Luma-Beef: Filet sous-vide | gebratenes Roastbeef | geschmorte Backe | Pastinaken-Püree | Mini Wintergemüse | Vanille-Portwein-Jus
Meine Begleitung wählte die zweite Alternative des Wellington von Lachs und Seezunge mit Kamtschatka-Krabben-Duxelles und Petersilienpürree.
Mit dem Gargrad der Fische war auch sie zufrieden, der Blätterteig war hingegen leider durchgeweicht und nicht mehr knusprig. Wellington vom Lachs und der Seezunge | Kamtschatka-Krabben-Duxelles | Petersilien-Kartoffelpüree | Wintergemüse
Für mich persönlich war das alles an Genuss genug, sodass für mich persönlich dasgegen das Dessert entschied.
Diese sollte das Menü, wie schon die Gänge zuvor, vielschichtig und abwechslungsreich mit Eis von Tonkabohnen, einer weißen Schokoladencreme, der französischen „Bouche de
Noel“-Roulade und dem italienischen Florentiner-Gebäck abschließen.
Meine Begleitung wollte auf dieses süße Finale hingegen nicht verzichten und
berichtete, dass es ihr ohne Abstriche sehr gefiel . Bouche de Noel | karamellisierte weiße Schokoladen-Mousse | dehydrierte Rotweinbirne | Florentiner | Tonkabohnen-Eis
Summa Summarum lässt sich über das gebotene Menü also sagen, dass die Qualität der Grundprodukte dem Anspruch durchaus gerecht werden konnten.
Schade war hingegen, dass durch eine oft zu starke Süße und anderen für mich handwerklichen Ungereimtheiten deren Aroma häufig nicht ausgereizt werden konnte.
Auch wenn sich an Service und Ambiente im Ganzen nichts groß aussetzen lässt, empfanden ich das gesamte Preis-Leistungs-Verhältnis (95€ pro Person exklusive Getränke) dann doch als nicht voll erfüllt.
An solch einem Feiertag wie dem Heiligabend sollen Genuss und Qualität in der familiären Gemeinsamkeit definitiv über jeglichem Geiz stehen.
Dabei ist verständlicherweise gerade an diesem Tag die Restaurantauswahl häufig sehr begrenzt: so auch in Leipzig.
Unter den geöffneten Restaurants steckten wir unsere Hoffnungen in das Hausrestaurant des Steigenberger Hotels „Brasserie Le Grand“, welches auch ein Heiligabend-Menü auf Reservierung anbot.
Das Restaurant war zu diesem Anlass nicht überbordend aber trotzdem dezent geschmückt und gewährte auch mit dem bequemen Sitzmöbiliar... mehr lesen
Brasserie Le Grand im Steigenberger Grandhotel Handelshof
Brasserie Le Grand im Steigenberger Grandhotel Handelshof€-€€€Restaurant, Brasserie0341350581842Salzgäßchen 6, 04109 Leipzig
3.0 stars -
"Heiligabend-Menü 2019: Klang häufig besser als es schmeckte, auch wenn es keineswegs schlecht war." NoTeaForMe
An solch einem Feiertag wie dem Heiligabend sollen Genuss und Qualität in der familiären Gemeinsamkeit definitiv über jeglichem Geiz stehen.
Dabei ist verständlicherweise gerade an diesem Tag die Restaurantauswahl häufig sehr begrenzt: so auch in Leipzig.
Unter den geöffneten Restaurants steckten wir unsere Hoffnungen in das Hausrestaurant des Steigenberger Hotels „Brasserie Le Grand“, welches auch ein Heiligabend-Menü auf Reservierung anbot.
Das Restaurant war zu diesem Anlass nicht überbordend aber trotzdem dezent geschmückt und gewährte auch mit dem bequemen Sitzmöbiliar
Geschrieben am 07.06.2020 2020-06-07| Aktualisiert am
07.06.2020
Besucht am 30.10.20171 Personen
Erneut möchte ich ein Lokal aus Lübeck vorstellen, welches sich eher in die Richtung eines Imbisses als eines Restaurants einordnen lässt, mir aber nun schon wiederholt sehr gefallen konnte.
Beim direkt an der Obertrave mit Blick auf die alten Salzspeicher gelegenen Kartoffelspeicher“ ist der Name natürlich Programm. Ursprünglich vor allem in türkischen Lokalen als „Kumpir“ angeboten, haben solche mit verschiedenen Komponenten und Saucen getopten Ofenkartoffeln ja schon länger in Deutschland Fuß gefasst.
Seit November 2016 adaptiert der „Kartoffelspeicher“ diese Speise mit ganz diversen geschmacklichen Kombinationen.
L-förmig reihen sich um den Tresen, an dem die wählbaren Zutaten einsehbar sind und die Kartoffeln auch zubereitet werden, etwa ein Dutzend Tische im in Backsteinoptik gehaltenen Innenraum. Aussenplätze sind natürlich ebenfalls vorhanden.
Wer keinen Platz mehr findet, kann sich die Speisen auch bequem in einer Schachtel verpackt mitnehmen und an einem ruhigen Plätzchen an der Obertrave genießen. Im Lokal selber erfolgt aber trotzdem Service am Tisch.
Ich selber habe seit meinem Erstbesuch im Oktober 2017 bisher etliche Male den „Kartoffelspeicher“ aufgesucht und auch häufig das außer-Haus-Angebot wahrgenommen, da sich die Ofenkartoffeln bis zu den eigenen 4 Wänden gut halten und dann einfach im eigenen Ofen noch einmal auf Betriebstemperatur gebracht werden müssen.
Das durchweg junge Personal agiert sympathisch und nach den mehrmaligen Besuchen ergibt sich während der Zubereitungszeit auch häufig ein nettes Gespräch.
Bei proppenvollem Restaurant kann der Stress jedoch durchaus manchmal etwas durchscheinen und die Kommunikation etwas rarer werden, was die Sternewahl ein kleines bisschen reduziert.
Jetzt aber endlich zu des Pudels Kern: den Ofenkartoffeln.
Gute eine Männerfaust groß werden die Knollen im Ofen mit Schale weich gegart (die absolut essbare Schale bleibt zu meiner persönlichen Freude auch mit dran, denn ich finde sie einfach ebenfalls köstlich :)).
Anschließend wird die weiche „Kartoffelkrume“ mit Butter oder Margarine sowie Käse vermengt, was sie sehr cremig macht und vor einem schnellen austrocknen bewahrt.
Dann beginnt die Qual der Wahl bei dem „Belag“. Sowohl Omnivore als auch Vegetarier werden hier absolut fündig.
12 feste Standardkombinationen unterschiedlicher Geschmacksausrichtungen umfasst die angehängte Speisekarte, die auch heute noch aktuell ist (nur die Preise haben sich um etwa 1-1,4€ erhöht).
Aber natürlich kann man sich seine Kartoffelkrönung auch stets selber aus den zahlreichen Zutaten und Soßen zurecht kombinieren. Speisekarte #1
Hier nun ein paar von mir bereits getestete Standardvarianten:
Bis heute mein persönlicher Favorit ist die Variante „Tandoori-Chicken“ mit Pute, Kichererbsen, Zwiebeln, Tandoori-Sauce und in dem gezeigten Bild mal Möhren statt den standardmäßigen Tomaten und Champignons statt Linsen. Hier zeichnet sich vor allem die würzige Tandoori-Creme und die Verbindung von saftig-marinierten Putenstreifen mit knackigen Kichererbsen für den Platz 1 bei mir aus. Variante "Tandoori Chicken"
Der "Geisser Herdöpfel" mit Rucola, Ziegenkäse, Weißkohl, Honig-Feige, Walnuss, getrocknete Tomate, Kräuter-Sauce überzeugte vor allem mit dem knackigem Weißkohl und Walnüssen für einen Crunch sowie einer gelungenen Verbindung von kräftigem Käse und Honig-Feigen-Süße. Variante "Geisser Herdöpfel"
Die „Aphrodite“ mit Spinat, weißen Bohnen, Oliven, Feta, Peperoni, Zwiebeln, Sour Creme, Tomaten, Petersilie und Schnittlauch hielt den Erwartungen eines „griechischen“ Geschmacks ebenfalls stand. Spinat und Feta passt ja sowieso doch auch die Kombination aus herben Oliven und den beim Zerkauen cremig daherkommenden weißen Bohnen fügte sich gut ein. Nur etwas mehr Feta hätte es für mich noch sein können. Variante "Aphrodite"
Bei der Kreation "Tonno" mit Tomaten und standardmäßig Champignons, Zwiebeln, Kapern, Bärlauch-Aioli und einer Thunfischcreme war vor allem die Bärlauch-Aioli das Highlight, da diese ihr versprochenes Aroma vollends versprühte. Gut finde ich es auch, dass man den
Thun nicht trocken oder fetttriefend plump aus der Dose serviert, sondern selbst zu einer Art Brotaufstrich-Salat verarbeitet hat. Variante "Tonno"
Klar, im „Kartoffelspeicher“ erwarten einen hier keine kulinarischen Höhenflüge, doch das ist auch gar nicht der Anspruch.
Dafür überzeugen die Kartoffelkreationen mit frischen Beigaben, machen absolut satt und sorgen bei mir immer für geschmackliche Wonne.
Deshalb vergebe ich hier beim Preis-Leistungs-Verhältnis wirklich mal alle Sterne und kann das Lokal nur jedem empfehlen, der z.B. eine gute Stärkung für eine ausgiebige Tour durch die schöne Altstadt benötigt.
Erneut möchte ich ein Lokal aus Lübeck vorstellen, welches sich eher in die Richtung eines Imbisses als eines Restaurants einordnen lässt, mir aber nun schon wiederholt sehr gefallen konnte.
Beim direkt an der Obertrave mit Blick auf die alten Salzspeicher gelegenen Kartoffelspeicher“ ist der Name natürlich Programm. Ursprünglich vor allem in türkischen Lokalen als „Kumpir“ angeboten, haben solche mit verschiedenen Komponenten und Saucen getopten Ofenkartoffeln ja schon länger in Deutschland Fuß gefasst.
Seit November 2016 adaptiert der „Kartoffelspeicher“ diese Speise... mehr lesen
Kartoffelspeicher
Kartoffelspeicher€-€€€Restaurant0172 1483231An der Obertrave 6, 23552 Lübeck
4.0 stars -
"Ein simples Speisenkonzept, dass aber trotzdem sympathisch ist und den Gaumen glücklich macht." NoTeaForMeErneut möchte ich ein Lokal aus Lübeck vorstellen, welches sich eher in die Richtung eines Imbisses als eines Restaurants einordnen lässt, mir aber nun schon wiederholt sehr gefallen konnte.
Beim direkt an der Obertrave mit Blick auf die alten Salzspeicher gelegenen Kartoffelspeicher“ ist der Name natürlich Programm. Ursprünglich vor allem in türkischen Lokalen als „Kumpir“ angeboten, haben solche mit verschiedenen Komponenten und Saucen getopten Ofenkartoffeln ja schon länger in Deutschland Fuß gefasst.
Seit November 2016 adaptiert der „Kartoffelspeicher“ diese Speise
Geschrieben am 06.06.2020 2020-06-06| Aktualisiert am
06.06.2020
Besucht am 01.06.2017Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 98 EUR
Erneut möchte ich eine kleine Lücke im GastroGuide-Beitragsrepertoire für die alte Hansestadt schließen, auch wenn ich mich erneut dafür entschuldige, dass der eigentliche Besuch schon länger zurückliegt.
Das "Restaurant Vai" ist schon lange eine feste Größe der Lübecker Gastronomie in der berühmtesten Einkaufsstraße der Altstadtinsel, der Hüxstrasse (meist kurz nur „Hüx“).
Einen kleinen Ableger mit dem „Bistro Vai“ hat man zudem in der Mühlenstrasse etabliert.
Die hier gebotene Kulinarik soll auf jeden Fall der feineren Art sein und brachte dem Restaurant auch manche „Assiette“ im roten Guide ein.
Vor fast exakt drei Jahren wollte ich mir mal ein Bild von der tatsächlichen Qualität machen und stellte mir dabei aus der Karte mit Ankündigung ein individuelles Menü nach meinem Geschmack zusammen. Ein Wunsch, der mir auch gern erfüllt wurde.
Das Restaurant bietet ein modern eingerichtetes Ambiente, dass sich auch bis heute nicht verändert hat. Zudem hat man die Möglichkeit, im Innenhof Wind- und Lärm-geschützt sein Mahl auch an der frischen Luft zu genießen.
Die ein oder anderen Elemente, die das Interieur etwas „lebendiger“ wirken lassen, wären sicherlich wünschenswert, aber wie das bei den alten denkmalgeschützten Häusern im Zentrum eben so ist, ist das Platzangebot zur Einrichtung auch von vornherein deutlich begrenzt. Der Innenhof.
Als Gedeck kam zunächst etwas Baguette mit gesalzener, aufgeschlagener Butter (beides in guter Qualität) mit einem kleinen Gruß aus der Küche auf den Tisch.
Dabei handelte es sich um etwas Creme von roter Bete, zu der sich ein paar Couscous-Perlen und ein Süsskartoffel-Chip gesellten.
Der Biss und die leichte Süße durch den Chip und Couscous passten gut zur Erdigkeit der rote-Bete-Creme, welche selber aber leider ein wenig wässrig daher kam und durchaus intensiver daherkommen können.
Umständlich war zudem die Tatsache, dass zum Gruß kein Löffel gereicht wurde, sodass die meiste Creme in der kleinen Schale verbleiben musste. Baguette mit gesalzener, aufgeschlagener Butter + Amuse Bouche als Creme von roter Bete mit Couscous-Perlen und Süsskartoffel-Chip.
Das eigentliche Menü begann dann mit gebratenen Calamari, die von einem Ananas-Chutney begleitet wurden. Weitere Komponenten waren Pak Choi und kleine, krosse Knoblauch-Würfel. Etwas Bärlauch-Pesto sollte die Vorspeise abrunden.
Sowohl die Tuben als auch Fangarme der kleinen Tintenfische hatten eine tolle Konsistenz und waren keinesfalls zäh.
Die leicht süß-säuerlich angemachte Ananas verlieh ihnen einen asiatischen Touch zu dem auch der Pak Choi passte. Auch die Würze vom Knoblauch war ansprechend dosiert und die krossen Würfel gaben zudem noch etwas Biss hinzu.
Einzig das Bärlauch-Pesto trat geschmacklich im Prinzip gar nicht auf. Calamari / Ananaschutney
Mediterran präsentierte sich nun das Carpaccio vom eigentlich aus den USA stammenden Rind. Für diesen Mittelmeer-Touch sorgten noch Rucola und gehobelter Parmesan.
Zudem befanden sich feine Scheiben vom Champignon und eine dünne geröstete Baguettescheibe auf dem Teller.
Das Fleisch war schön dünn und gleichmäßig geschnitten und fein mit etwas Pfeffer gewürzt. Ein Balsamico-Dressing rundete den Rucola schön ab.
Die knusprige Brotscheibe und Champignons stellten mit ihrer festen Konsistenz eine willkommene Abwechslung zum sehr zarten Rind.
Für meinen Geschmack war aber der Parmesan deutlich zu spärlich eingesetzt, womit, wie schon im ersten Gang, erneut eine erwartete Geschmacks-Komponente des Gerichtes verloren ging. Carpaccio vom US-Beef / Rucola / Parmesan
Feiner ging es in der dritten Vorspeise mit den Jakobsmuscheln an Spargelfrikassee weiter.
Die Jakobsmuscheln waren leicht angebraten und somit innen noch glasig, wobei sie schon fast einen Tick zu roh waren und für meinen Geschmack noch deutlich mehr Röstaromen hätten vertragen können.
Der Spargel hatte hingegen einen perfekten Biss und fand in kleinen Tomaten, Zwiebeln und Karottenwürfeln passende Partner.
Etwas Thymian, Petersilie und vor allem der Krustentierschaum gaben eine leichte Würze, die zu den geschmacklich eher leiseren Jakobsmuscheln durchaus passte.
Wie gesagt: noch ein paar mehr Röstaromen bei den Muscheln und das Gericht hätte volle Punktzahl verdient gehabt.. Jacobsmuschel / Spargelfrikassee
Im 4. Gang schloss sich mit dem Coq au Vin nun der Fleisch-Hauptgang des individuellen Menüs an.
Begleitet wurde es von einem mit Safran verfeinertem Risotto, sowie etwas Frühlingszwiebeln, kleinen Champignons und roter Paprika.
Das Federvieh war durchweg schön saftig und das Risotto angenehm cremig.
Die Rotweinsauce hielt von der geschmacklichen Tiefe her genau das, was der Name des traditionellen, französischen Gerichtes verspricht. Auch beim Risotto war die angekündigte Note des Safrans durchaus zu schmecken.
Dieser Klassiker war also wirklich rundum sehr gut präsentiert und zubereitet. Coq au Vin / Safran-Risotto
Den wahrlich kaiserlichen Abschluss sollte das Menü durch einen europäischen Hummer erhalten, der mit Kaiserschoten, Zwiebeln, Pak Choi, einem Trüffel-Kartoffelsalat und einer Beurre blanc ebenso edle Partner zur Seite bekam.
Der Hummer an sich konnte mit fleischiger und trotzdem zarter Konsistenz bereits überzeugen. Die knackigen Kaiserschoten, Zwiebeln und Pak Choi gaben etwas mehr Kauwiderstand.
Auch die Beurre blanc war schön sämig und mit ihrem leichten Weißwein-Aroma ebenfalls ein treffender Partner für den Hummer.
Die Kartoffeln waren nicht zu weich aber der Trüffel hätte hier (mal wieder) noch etwas stärker eingesetzt und somit besser geschmacklich durchkommen können. Trotzdem einkrönender Abschluss des Menüs. Hummer / Kaiserschoten / Trüffel-Kartoffelsalat
Bedient wurde ich während dieses frühen Abends von zwei jungen Damen, die stets aufmerksam und höflich auftraten. Auch hinsichtlich meiner Fragen zu den gebotenen Speisen erkundigte sie sich gerne in der Küche. Sehr erfreulich fand ich auch, dass selbst der Küchenchef nach dem zweiten Gang zu mir an den Tisch trat und sich nach dem gewünschten Tempo der Speisenabfolge erkundigte und ein paar Worte zum Coq au Vin und dem Hummer verlor. Gerade mich als jemand, der immer sehr interessiert an der Zusammensetzung der angebotenen Speisen ist, freut dieser persönliche Kontakt immer sehr.
Insgesamt betrachtet bietet das Vai durchaus eine etwas gehobenere Gastronomie in angenehmer Atmosphäre.
Beim Service gab es für mich wie erwähnt nichts zu meckern.
Hinsichtlich der Kulinarik muss ich aber angesichts des auch durch die Preise verdeutlichten Anspruches auf einen paar Sterne verzichten, da vor allem bei den Vorspeisen bei bestimmten Komponente der Gerichte die geschmackliche Intensität fehlte und diese somit völlig untergingen.
Von der Grundidee her gefielen die Gänge, es fehlte halt häufig nur ein wenig, um es für meinen Eindruck vollkommen zu machen.
Mit einem Preis von 89€ für dieses individuelle 5-Gang-Menü muss ich da auch beim Preis-Leistungs-Verhältnis dementsprechend bewerten.
Trotzdem würde auch ich das Vai jedem durchaus empfehlen, der an einem schmackhaften und stilvollem Abend interessiert ist und dafür auch mal etwas mehr Geld ausgibt.
Ich hoffe sehr, dass dies auch heute noch Gültigkeit hat.
Erneut möchte ich eine kleine Lücke im GastroGuide-Beitragsrepertoire für die alte Hansestadt schließen, auch wenn ich mich erneut dafür entschuldige, dass der eigentliche Besuch schon länger zurückliegt.
Das "Restaurant Vai" ist schon lange eine feste Größe der Lübecker Gastronomie in der berühmtesten Einkaufsstraße der Altstadtinsel, der Hüxstrasse (meist kurz nur „Hüx“).
Einen kleinen Ableger mit dem „Bistro Vai“ hat man zudem in der Mühlenstrasse etabliert.
Die hier gebotene Kulinarik soll auf jeden Fall der feineren Art sein und brachte dem Restaurant auch manche... mehr lesen
3.5 stars -
"Der Versuch einer feineren Küche ist gut gelungen, aber es gibt noch Luft nach oben." NoTeaForMeErneut möchte ich eine kleine Lücke im GastroGuide-Beitragsrepertoire für die alte Hansestadt schließen, auch wenn ich mich erneut dafür entschuldige, dass der eigentliche Besuch schon länger zurückliegt.
Das "Restaurant Vai" ist schon lange eine feste Größe der Lübecker Gastronomie in der berühmtesten Einkaufsstraße der Altstadtinsel, der Hüxstrasse (meist kurz nur „Hüx“).
Einen kleinen Ableger mit dem „Bistro Vai“ hat man zudem in der Mühlenstrasse etabliert.
Die hier gebotene Kulinarik soll auf jeden Fall der feineren Art sein und brachte dem Restaurant auch manche
Geschrieben am 05.06.2020 2020-06-05| Aktualisiert am
06.06.2020
Besucht am 30.04.20181 Personen
Rechnungsbetrag: 7 EUR
Im Gegensatz zur Travemünder Vorderreihe war ironischerweise die Lübecker Altstadt schon seit langer Zeit nur sehr begrenzt mit einem qualitativen Fischfrischangebot gesegnet (um ehrlich zu sein, gab es mit dem „Krützfeld“, welches ich hier bestimmt auch noch eintragen werde, nur einen einzigen stationären Verkaufspunkt für frischen Fisch).
Doch im März 2018 wurde nun dieser unausgesprochene und doch logische Wunsch aller Lübecker Fischliebhaber (so wenige kann es da im Norden doch gar nicht geben ;-)) durch die Eröffnung des Lokals „Fangfrisch“ in der Nähe der Drehbrücke endlich erfüllt.
Das kleine Lokal war zu Beginn, was auch der Zeitpunkt meines Besuch war, noch weniger ein klassisches Restaurant, sondern mehr leger im Sinne einer Lokalität zum kurzweiligen Verweilen oder Take-Away gestaltet. Dafür sorgte allein schon die „Größe“ des einzigen Gastraumes. Doch trotz der Handvoll an Tischen fühlt man sich gerade wegen der bewusst „Retro“ und puristisch gehaltenen Einrichtung wohl (typischen Backsteinoptik eines Lübeck-typischen, alten Kaufmannshauses). Der kleine, aber feine Gastraum.
Hinter der Theke prangerte das Angebot auf einer großen Schiefertafel, welches auch auf Klemmbrettern an den Plätzen eingesehen werden kann. Mittlerweile hat man die Kapazität des Gastraumes nach hinten deutlich erweitert und ohne Reservierung geht vor allem am Abend meist nichts. Die Theke mit dem Angebot und dahinter die offene Küche.
Gerade in der Zeit der Corona-bedingten Schließung des Hauptrestaurants hat man zudem das Angebot am neu gestalteten Drehbrückenplatz vor dem Restaurant um einen kleinen Container für den Verkauf von diversen Fischbrötchen-to-go erweitert, welcher nun auch dauerhaft erhalten bleibt.
Damals im April 2018 (also einen Monat nach der Eröffnung musste Das durchweg sehr junge Team sicherlich seine Erfahrungen und Routine erst noch sammeln, doch schon damals überzeugten sie durch typische norddeutsche Lockerheit und Freundlichkeit. Schön fand ich auch, dass trotz der kleinen Dimensionen durchweg eine Bedienung am Tisch erfolgte, auch wenn im Prinzip alles über den Tresen hätte laufen können. Da das Restaurant ja sich bis heute gut gehalten und etabliert hat, gehe ich hier nicht von einer großen Verschlechterung des Service aus.
Nun aber zum wichtigsten: natürlich dem Fisch (wobei das Angebot auch mehrere vegetarische Alternativen bereithält). Neben Fischbrötchen und kleinen Tellergerichten finde ich vor allem die nach Art eines Smörrebröd gestalteten „Fischhappen“ auf Schwarzbrot sehr interessant.
Deshalb entschied ich mich bei meinem Besuch auch für den „Matjes-Happen“, bestehend aus 2 ordentlichen Scheiben Schwarzbrot belegt mit Matjes, rote Bete, Apfelscheiben, Hausmannsauce und Kräutern. Man merkte sofort, was man in der offenen Küche bereits einsehen konnte: die absolute Frische der Zubereitung. Knackige Apfelscheiben, aromatische rote Bete und saftiges Brot verbanden sich super mit dem ebenso frischen Matjes und der ansprechend mit Meerrettich aromatisierten Hausmannsauce. Die passend mit leicht säuerlichem Dressing versehenen Kräuter schlossen die runde Sache perfekt ab: einfach superfrisch, superlecker und damit mehrere Klassen über einer vorbereiteten, seit Stunden in der Theke liegenden Fischstulle bei einer berühmten Fisch-Kette. ;-)
Die Portion ist für 7,5€ vielleicht etwas knapp, aber qualitativ auf jeden Fall ansprechend. "Matjes-Happen" mit Matjes, rote Bete, Apfelscheiben, Hausmannsauce und Kräutern.
Mein persönliches Fazit zum „Fangfrisch“ fiel damals also durchweg positiv ausfallen. Frischer und sehr schmackhafter Fisch in stimmigen und leckeren Zusammenstellungen machten den Besuch ebenso rund wie die legere Einrichtung, die jedoch nicht „hip“ sein will. Natürlich kann ich vor allem die Fischhappen/Stullen zunächst sehr empfehlen, bin mir aber sicher, dass diese Qualität auch bei den Brötchen und Tellergerichten gefunden werden kann.
Lobenswert hervorzuheben finde ich auch die Wertschätzung von Regionalität bei den verwendeten Zutaten (natürlich kommt der Fisch jeden Tag direkt aus der Lübecker Bucht).
Wo ich diese Zeilen gerade schreibe merke ich, dass es, da nun der Restaurantbesuch ja wieder möglich ist, absolut für eine Auff (r) ischung mit einem erneuten Besuch Zeit ist. ;)
Im Gegensatz zur Travemünder Vorderreihe war ironischerweise die Lübecker Altstadt schon seit langer Zeit nur sehr begrenzt mit einem qualitativen Fischfrischangebot gesegnet (um ehrlich zu sein, gab es mit dem „Krützfeld“, welches ich hier bestimmt auch noch eintragen werde, nur einen einzigen stationären Verkaufspunkt für frischen Fisch).
Doch im März 2018 wurde nun dieser unausgesprochene und doch logische Wunsch aller Lübecker Fischliebhaber (so wenige kann es da im Norden doch gar nicht geben ;-)) durch die Eröffnung des Lokals... mehr lesen
Restaurant Fangfrisch
Restaurant Fangfrisch€-€€€Restaurant, Imbiss045139686609An der Untertrave 51, 23552 Lübeck
4.0 stars -
"Seit 2018 haben Lübecker Fischfreunde endlichen einen neuen Anlaufpunkt." NoTeaForMeIm Gegensatz zur Travemünder Vorderreihe war ironischerweise die Lübecker Altstadt schon seit langer Zeit nur sehr begrenzt mit einem qualitativen Fischfrischangebot gesegnet (um ehrlich zu sein, gab es mit dem „Krützfeld“, welches ich hier bestimmt auch noch eintragen werde, nur einen einzigen stationären Verkaufspunkt für frischen Fisch).
Doch im März 2018 wurde nun dieser unausgesprochene und doch logische Wunsch aller Lübecker Fischliebhaber (so wenige kann es da im Norden doch gar nicht geben ;-)) durch die Eröffnung des Lokals
Geschrieben am 04.06.2020 2020-06-04| Aktualisiert am
04.06.2020
Besucht am 03.08.2019Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Im August letzten Jahres sollte anlässlich eines familiären Besuches im aufstrebenden Leipzig das im Zentrum am neuen Rathaus gelegene Restaurant „Macis“ bereits für eine angenehme Grundstimmung für anschließende Abend-Veranstaltung im Variete erzeugen. Außenansicht.
Meine persönliche Aufmerksamkeit erzeugte das zu einem Verbund einer Bio-Bäckerei und eines Bio-Marktes gehörende Restaurantvor allem mit seinem spannend und abwechslungsreich klingenden, erfreulich fokussiert gehaltenem Speisenangebot.
Passend zum Gesamtkonzept dieses Verbundes versteht sich auch das Restaurant natürlich auch als „Biorestaurant“. Dies weckt natürlich die Hoffnung, dass sich das Bio-Credo auch in einer hohen Produktqualität, Frische und Wertschätzung in der Zubereitung zeigt, die mir persönlich als Gast immer sehr am Herzen liegen.
Interieur-mäßig möchte sich das Lokal wohl ebenfalls hochwertiger und edler präsentieren. Ein großer Kronleuchter und das in dunkleren Farbtönen gehaltene Mobiliar haben bei mir auf jeden Fall eine ansprechende und auch wohlige Atmosphäre gut vermitteln können. Innenansicht.
Neben einem kleinen a la carte Angebot wird am Abend auch die Möglichkeit einer Menü-Auswahl gewährt, welche 3, 4 oder 5 Gänge umfassen kann.
Die Ausrichtung der Küche kann dabei durchaus als international bezeichnet werden, da unter anderem sowohl mediterrane als auch asiatische Anklänge vorhanden sind.
Für mich persönlich sollten es 4 Gänge sein. Diese wollte ich aus dem Menü und dem a la carte Angebot kombinieren. Leider war dies zwar nicht zum 4-Gang-Menü-Preis möglich, aber das wurde von der Dame vom Service sehr freundlich kommuniziert. Auch ansonsten hinterließ der Service einen guten Eindruck: freundlich, aufmerksam und respektvoll, aber trotzdem nicht aufgesetzt.
Auch beim Hauptgang servierte die Küche ein für mich optimal rosa gegartes Flank-Steak mit knackigem Römersalat, der mit ansprechenden Röstnoten versehen wurde. Eine an das koreanische „Bulgogi“ angelehnte, intensive Soße mit süß-salzigem Sojageschmack gab dem Gericht einen abwechslungsreichen, asiatischen Einschlag. Flank Steak bulgogi | Römersalat | Petersilie | Birne
Vor allem die Ausgewogenheit, mit der die verschiedenen Geschmacksknospen, sowie auch krosse und cremige Texturen passend verbunden wurden, machte für mich den Wohlgeschmack der Gerichte aus. Man merkte einfach: hier hat sich jemand Gedanken über die Wirkung und Zusammenstellung auf dem Teller gemacht. Zudem war, wie erhofft, an der Qualität der Zutaten definitiv nicht gespart wurden.
Nur beim Preis-Leistungs-Verhältnis komme ich leider nur auf 3,5 Sterne, denn fast 90€ sind dann in dieser Riege doch noch eine für mich etwas zu große Hausnummer.
Das „Macis“ konnte insgesamt also einen wirklich guten Eindruck bei mir hinterlassen und die erhoffte gute Stimmung und einen zufrieden gestimmten Magen für die folgende Veranstaltung sicherstellen. Wie im Titel erwähnt, wurden die Ambitionen der Küche sowohl in der Produktqualität, als auch Feinheit der Speisen deutlich. Da kann ich wirklich nur ein „gerne weiter so!“ aussprechen. Für mich ist es deshalb verdient eine Empfehlung für jeden, der in der Leipziger Innenstadt auf der Suche nach einem Restaurant mit Anspruch ist.
Im August letzten Jahres sollte anlässlich eines familiären Besuches im aufstrebenden Leipzig das im Zentrum am neuen Rathaus gelegene Restaurant „Macis“ bereits für eine angenehme Grundstimmung für anschließende Abend-Veranstaltung im Variete erzeugen.
Meine persönliche Aufmerksamkeit erzeugte das zu einem Verbund einer Bio-Bäckerei und eines Bio-Marktes gehörende Restaurantvor allem mit seinem spannend und abwechslungsreich klingenden, erfreulich fokussiert gehaltenem Speisenangebot.
Passend zum Gesamtkonzept dieses Verbundes versteht sich auch das Restaurant natürlich auch als „Biorestaurant“. Dies weckt natürlich die Hoffnung, dass sich das... mehr lesen
4.0 stars -
"Ein Restaurant mit Ambitionen, welches mich auch überzeugen konnte - gerne weiter so." NoTeaForMeIm August letzten Jahres sollte anlässlich eines familiären Besuches im aufstrebenden Leipzig das im Zentrum am neuen Rathaus gelegene Restaurant „Macis“ bereits für eine angenehme Grundstimmung für anschließende Abend-Veranstaltung im Variete erzeugen.
Meine persönliche Aufmerksamkeit erzeugte das zu einem Verbund einer Bio-Bäckerei und eines Bio-Marktes gehörende Restaurantvor allem mit seinem spannend und abwechslungsreich klingenden, erfreulich fokussiert gehaltenem Speisenangebot.
Passend zum Gesamtkonzept dieses Verbundes versteht sich auch das Restaurant natürlich auch als „Biorestaurant“. Dies weckt natürlich die Hoffnung, dass sich das
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Trotzdem wird hier aber auch externen Gästen mit der „Weinwirtschaft“ eine Anlaufstelle für etwas ausgefeiltere Küche zu moderaten Preisen, was dem Lokal auch eine "Bib Gourmand"-Auszeichnung beschert hat.
Bereits 2x bin ich hier bereits eingekehrt und möchte meine dabei gemachten Erfahrungen gerne hier teilen.
Am Wochenende konnte man hier vor der Corona-Pandemie schon ab 12:00 zu einem Mittagsmahl oder einer Stärkung einkehren (hoffentlich wird das Restaurant bald auch wieder zu solch regulären Öffnungszeiten zurückkehren). Das Ambiente lädt natürlich mit dem stilvoll mit Weinreben gestalteten Außenbereich sehr zum Verweilen ein, welche nicht nur den Restaurantnamen aufgreifen, sondern gerade im Sommer auch angenehmen Schatten spenden.
Bei beiden Besuchen agierte das junge Serviceteam sichtlich geschult, freundlich und auch Fragen oder Änderungswünsche zur Karte wurden gerne aufgenommen bzw. erfüllt-
Natürlich liegt der Fokus bei der Getränkekarte hier auf dem edlen Rebensaft. Doch hierzu kann ich leider keine genaueren Infos geben, da ich selbst kein Weintrinker bin. Es wird jedoch auf der, auch online einsehbaren Karte, häufig versucht, eine Verbindung von Wein und Speisen zu kreieren/vorzuschlagen.
Eine weitere Besonderheit der Speisekarte ist die Möglichkeit, verschiedene Gerichte auch in einer Art Tapas-Form als "Nascherei" zu einem kleineren Preis von 4-5€ bestellen zu können. Für mich ist dies wirklich eine tolle Idee, erlaubt sie doch, gleich mehrere Gerichte auszuprobieren, ohne dass dabei Magen und Portemonnaie zu sehr strapaziert werden.
Die Ausrichtung der Küche kann als süddeutsch bzw. Hausmannskost-orientiert bezeichnet werden.
Bei meinem ersten Besuch im Juli 2018 probierte ich dieses Angebot auch gleich mit einem Dreierlei aus.
Meine Wahl umfasste dabei zum ersten die Schlutzkrapfen mit Spinatfüllung in Kamptaler Blütenbutter mit geschmolzenen Tomaten und Ziegenkäse. Der Ravioli-ähnliche Krapfen überzeugte mit samtigem Teig und sehr leckerer Füllung.
Weiterhin gefiel mir das Tatar von der geräucherten Bachforelle auf Pumpernickel mit roten Senfzwiebeln und Ackersalat durch Frische, angenehmer Konsistenz und ausgewogenem Verhältnis von Süße und Säure. Nur die kleinen Soßentupfer blieben neutral und brachten keinen zusätzlichen Geschmack in die Kleinigkeit.
Die marinierten Scheiben vom Brezenknödel hätten zu guter Letzt etwas dicker sein können, denn sie kamen geschmacklich doch eher kaum zur Geltung. Schwarzwälder Schinken und Kressesalat mussten als einzige Geschmacksträger hier herhalten, waren aber erneut mit guter Produktqualität gesegnet.
Natürlich machten all diese Portionen nicht satt, aber das soll ja auch nicht der Sinn einer „Nascherei“ sein. Nur beim Brezenknödel wirkte sich die geringe Portionierung auch geschmacklich leider etwas negativ aus. Aber das war schon ein Jammern auf etwas höherem Niveau.
Im August 2018 sollte es dann mal eine wirkliche Stärkung mit einem Gericht aus dem Tagesangebot sein. Das Saures Kachelfleisch vom Duroc-Schwein mit Schnittlauchquark, Knoblauchgurken und auf meinen Wunsch (welcher freundlicherweise gern erfüllt wurde) mit Bandnudeln statt gebratenen Drillingen für 15,2€ wollte ich mir einfach nicht entgehen lassen
Vorweg wurde als „Gruß“ etwas: Ciabatta und Sauerteigbrot mit Erbsenbutter gereicht.
Das Sauerteigbrot hatte eine doch sehr dunkle Kruste, die zwar kross, aber leider etwas bitter war. Die Krume war ansonsten schön locker und nicht trocken. Beim Ciabatta gab es hingegen nichts zu bemängeln.
Die Erbsenbutter überraschte mit einem tatsächlich wahrnehmbaren Erbsenaroma. Eine leicht Süße von der Erbse und die Buttersäure verbanden sich so sehr gut.
Beim Tagesgericht überzeugten die Bandnudeln schon einmal mit "al dentem" Gargrad. Sie waren noch zusätzlich mit etwas Öl und Schnittlauch angemacht, wodurch sie vor dem Austrocknen geschützt und geschmacklich etwas definiert wurden.
Das Kachelfleisch war in gebratener Form in saurem Gelee zusammen mit Karotten, Gewürzgurken und Staudensellerie eingelegt. Die Säure war nicht zu stark und ließ dem zarten Fleisch Raum zur geschmacklichen Entfaltung. Senfkörner lieferten eine sehr gut passende pikante Note.
Der Quark war ebenfalls mit frischem Schnittlauch angemacht und angenehm kühl.
An den Gurken ließ sich auch nichts aussetzen, da auch sie nicht zu sauer geraten waren.
Kurz zusammengefasst kann ich nach meinen zwei Besuchen die „Weinwirtschaft“ allen Travemünde-Besuchern, die entweder einen Snack als auch eine ganze deftige Mahlzeit suchen, durchaus sehr empfehlen. Hier kann man wirklich auf eine gute Qualität hoffen, die dem in der Lübecker Bucht sowieso gehobenen Preisniveau auch gerecht wird und nicht eher einer Touristenfalle gleicht.