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Unsere erste Einkehr dort unternahmen wir zu viert, anlässlich eines Besuchs unseres Neffen und seiner Freundin. Eine gute Gelegenheit, das Angenehme mit dem Angenehmen zu verbinden, nämlich die Hausfrau zu entlasten und gleichzeitig die neue Küche kennenzulernen.
Also rein ins Auto, raus aus Herrenalb City in Richtung Bernbach, und gleich nach dem Ortsausgang scharf links zum Parkplatz abgebogen. Dort muss man höllisch aufpassen, denn die dem Eingang nächstgelegenen Plätze sind reserviert. Nicht etwa für Behinderte, sondern für die Honoratioren des Golfclubs. Ehre, wem Ehre gebührt, und es fühlt sich ja auch bestimmt gut an, vor allem, wenn es so regnet wie am diesem Tag. Beim Fußweg zum Restaurant kriegt man gleich einen Eindruck von der Namenspatin des Hauses.
Drinnen war alles adrett eingedeckt. Man fühlt sich dort ein wenig wie am Mittelmeer, gottseidank ohne gleich von Stiefelnippes erschlagen zu werden.
Der Gastraum wird dominiert von einem mächtigen Pizzaofen am einen Ende und einer aufgebockten Vespa am anderen, zweien der bekanntesten Wahrzeichen dieses schönen Landes, zumindest für schwärmerische Nordeuropäer wie unsereins.
Die Wahl des Tisches war frei; am vespwärts gelegenen Ende erspähten wir einen passenden, mit Ausblick nach zwei Seiten
und vor allem mit etwas Platz für Klein-Calvin.
Bevor es losging, mussten wir unsere Impfzertifikate vorzeigen; unsere Kontaktdaten wollte man hingegen nicht. Das könnte man sicher etwas genauer nehmen, denn wie man inzwischen weiß, können ja auch Geimpfte Viren unter die Leute bringen.
Weil das Studium der Speisekarte etwas dauerte, gab es erst mal was zu trinken. Alle außer mir blieben bei Alkoholfreiem auf Apfelbasis, zum Beispiel einer Saftschorle aus dem Garten des Klosters Alpirsbach, kreiert aus Äpfeln, Johannisbeeren und Lavendel (3,50). Die hat meine Frau mindestens so gerne getrunken hat wie ich mein Pils aus dem selben Hause (4,50 der halbe Liter). Allerdings werden in Alpirsbach Spezialitäten gebraut, die mir noch etwas besser schmecken, die aber selten bis nie den Weg in die Gastronomie finden.
Richtig hungrig war niemand, denn wir hatten den Tag mit einem reichhaltigen philippinischen Frühstück begonnen. Also keine Vorspeisen, sondern zur Überbrückung der Wartezeit bis zum Hauptgericht nur einen Teller Bruschette für alle.
Die gerösteten Brotscheiben waren so knusprig, wie es sich gehört, mit aromatischen Tomaten belegt (es geht also doch auch so spät im Jahr) und ohne weihnachtsbaumförmiges Grünzeug, dafür mild gezwiebelt, geknoblaucht und geölt.
Meine Frau hatte sich, wie konnte es auch anders sein, für den gegrillten Schwertfisch mit gedünstetem Gemüse und Spaghetti AO entschieden (23,50). Selbst schlimme Erfahrungen aus früheren Restaurantbesuchen konnten sie nicht abschrecken, denn zuletzt stirbt die Hoffnung auf eine nicht zur Schuhsohle durcherhitzte Tranche dieses eigentlich so schmackhaften Fisches. Am Schwertfisch zeigt sich, ob Cuciniera oder Cuciniere ihr Handwerk beherrschen, und siehe da, dieser war tatsächlich besonders gut gelungen! Keine Spur von Schuhsohle, sondern ein zartes, saftiges, aromatisches Stück gegrillter Fisch. Tanto di capello!
Ich bestellte mir nach ewig langer Zeit mal wieder Pizza. Frutti di Mare sollte es sein (13,50), auch diese ja ein aussagekräftiger Lackmustest für das Können des Pizzaiolo, da kann man Göttliches erleben, aber auch ganz, ganz Fürchterliches.
Gleich der erste Eindruck war sehr positiv: Der dünne Boden mit seinem schönen, appetitliche Blasen werfenden Rand war üppigst belegt mit Vongole, Garnelen und gewürfelten Calamari, eingebettet in eine mächtige Schicht Mozzarella.
Dass wegen der vielen Frutti der Boden ziemlich bald durchweichte, störte mich weniger als die Tatsache, dass es des Käses doch ein wenig zu viel war und mir deshalb das schmackhafte Stück noch eine ganze Weile im Magen lag. Trotzdem, hier kann man Pizza, wäre ja auch gelacht bei diesem schönen Ofen.
Das bestätigte auch der Neffe mit seiner Garnelenpizza Ischia (13,00), und dies sicher nicht nur aus Höflichkeit des Eingeladenen.
Die Freundin verzehrte ihre Spaghetti Carbonara (10,90) stillschweigend und mit offensichtlichem Genuss, Genaueres weiß man nicht.
Insgesamt ist festzuhalten, dass die Neueröffnung der „Schönen Aussicht“ den Herrenalbern sehr schöne Aussichten auf künftige italienische Festmähler beschert hat. Das hat sich offenbar schon herumgesprochen, denn das Restaurant füllte sich trotz des Sauwetters schließlich recht gut. Es wäre für alle Beteiligten natürlich schön, wenn dieses Angebot auch künftig gut angenommen werden würde - an uns soll’s nicht liegen.