"Viva Karlsruhe"
Geschrieben am 12.02.2015 2015-02-12 | Aktualisiert am 12.02.2015

"Ein sehr gutes Speiserestaurant"
Geschrieben am 10.02.2015 2015-02-10

"Schöne, ruhige Atmosphäre mit leckerer Küche für warme Tage"
Geschrieben am 04.02.2015 2015-02-04

"Super Italiener plus Kroatische Küche und Blitz-Köchen"
Geschrieben am 04.02.2015 2015-02-04

"Super günstig und super lecker!"
Geschrieben am 03.02.2015 2015-02-03

"Der absolute Hammer"
Geschrieben am 02.02.2015 2015-02-02

"Würdiger Abschied"
Geschrieben am 02.02.2015 2015-02-02

Eigentlich wollen wir in Karlsruhe nur kurz die dringenden Erledigungen machen und dann freut sich meine Frau seit Tagen auf ein Pfeffersteak – der Einfachheit halber wie früher beim Maredo.
Autobahnfahrt, Parkplatzsuche und die ToDo-Liste des Morgens brauchen deutlich weniger Zeit als dafür eingeplant (wie meistens, wenn man sich etwas mehr Zeit eingeplant hat, geht alles flott - selbst die Autobahn ist frei - entgegen der verkehrsbedingt von Google berichteten längeren Fahrzeit brauchen wir noch nicht mal die genannte einfache Zeit) so stehen wir trotz Extraschleife durch ein Kaufhaus bereits kurz nach elf Uhr vormittags in der Kälte vor dem Maredo und suchen die leicht versteckt angebrachte Speisenkarte, um unsere Mittagsplanung noch mal gedanklich abzustimmen.
Die ausgehängte Karte zeigt, dass Maredo da wieder mal einen Seitschritt vom früheren Steak-Spezialisten weg gemacht hat, noch baukastenartiger sich aufstellt, aus dem man sich was zu essen zusammenbasteln kann – und preislich addiert sich ein beachtliches Niveau. Selbst wenn man die jeweiligen Sonderangebote kombiniert, Huftsteak 9€, Pfeffersauce 2,50€ Ofenkartoffel 2,50 € Sour Cream etc… .Und die mit 6,90€ als Mittagstisch angebotenen Speise(n), die meiner Frau da gefallen, werden erst kommende Woche angeboten. Es ist kalt, die Lektüre macht uns Frust, keine Lust, so war das nicht gedacht. Das Maredo ist heute für uns damit noch ein Stück mehr als bisher gestorben .
„Da vorn ist das Ettlinger Tor Center und auch das Sushi“ deute ich meiner Frau den Weg, „es ist noch so früh, lass uns beim Bäcker oder im Cafe eine Tasse Kaffee und Croissant nehmen.“
Wir gehen ein paar Schritte in die Richtung – „und schau, da ist das Viva – ein vegetarisches Selbstbedienungsrestaurant, in dem ich schon ein paar mal war.“ Die aufgestellten Stopper weisen auf alles Mögliche hin, ergeben nur keine klare Struktur – so gehen wir etwas in die Passage an den leeren Außenplätzen vor den Ladeneingang vorbei, schauen auf die kleinen bunten Zetteln auf dem nächsten Stopper am Eingang.
Eigentlich will ich schon weiter – Hasenfutter am Morgen hab ich eigentlich jetzt noch nicht im Sinn. Doch meine Frau sagt, hungrig wie sie im Moment gerade zu sein scheint – „komm, wir gehen da mal rein, das kenne ich noch nicht.“
Und eh ich mich versehe stehen wir vor den Salaten in der Buffettheke. 1,69 € pro 100gr verkündet ein Schild über der Theke wie auch über der Heißtheke mit den angebotenen vegetarischen Warmgerichten.
Ich drücke meiner Frau einen der Glasteller in die Hand, sie zögert etwas schaut hier und da und legt sich dann ein paar kleine Klackse der Salate auf, zwar vegetarisch aber nicht nur salatig oder gar blättrig u.a. zwei diverse Kartoffelsalate, Nudel.- und Ei-salat, dünn geschnittene Rote Beete, geraspelten Rettich, Käse und Choriatiki es erinnert mich an die Süßwarentheke einer bekannten Kette, bei der man sich aus den Gläsern die diversen Gummitiere und Spezereien in die bereitgelegten Tüten packt, um dann festzustellen, dass man da ganz schnell sein Pfund zusammen füllt, ohne überhaupt alles probiert zu haben.
„Und Du?“ gibt mir meine Frau den Marschbefehl mich nun doch dem Hasenfutter anzuschließen. Die Salatauswahl überzeugt mich nicht so ganz, auf einer Insel in der Mitte gibt es Antipasti – mit Schafskäse gefüllte bunte Paprikastücke, die es auch gebraten gibt, gebratene Auberginen und Fenchelgemüse, weiter nehme ich noch vom Brokkoli und von einem der beiden Kartoffelsalate. So stelle ich mir meine kleine Auswahl auf den Teller – bin gespannt, wie schwer das sein wird, dazu nimmt meine Frau noch zwei Teinacher - heute früh für mich zu früh –bitte nur eins.
Dann geht es zur Kasse. Wieder Erwarten hat meine Frau da weniger auf dem Teller 252g, meine Auswahl wiegt 276g – 11,87 Euro für die beiden Teller und die kleine Flasche (0,33 1,95) - na ja, mal sehen wie es schmeckt. Der Restaurantbereich ist noch wenig besetzt – zu meiner Verwunderung aber wohl zeitbedingt - jetzt vor zwölf - sind viele der Einzeln an den Tischreihen sitzenden Gäste Spätrentner. Bei meinen früheren Besuchen (die aber schon Jahre zurück liegen) fand ich das Publikum recht jung, aber das war auch eher knapp vor zwei Uhr oder am späteren Nachmittag.
Meine Paprika ist angenehm leicht gewürzt, der Schafskäsebrocken noch sehr fest, (für’s erste Frühstück jetzt doch ja). So müffel ich meinen Teller weg, meine Frau hat (wie erwartet) ihre kleine Portion nur angenagt, so dass ich mich da auch noch bedienen darf. Der Nudelsalat verblüfft mich, hier hätte ich zumindest Vollkornnudeln erwartet- nein, dass sind die ganz einfachen kleinen Eiernudelhörnchen mit mayonnaiseähnlichem Dressing – vegetarisch aber recht wenig bio – finde ich. „Der andere Kartoffelsalat war toll“, sagt meine Frau, „ da war Apfel mit drin“ – nur den hat sie ganz wegschnabuliert.
Als beide Teller leer sind, ist mein Appetit und Hunger gerade erwacht („jetzt ein Surf’n Turf“ – flüstert mir mein innerer Schweinehund leise zu, aber ich weise ihn zurück – nix da, heute ist Veggie!). Meine Frau weiß das natürlich und sagt mir klar – „Dir hat das nicht gereicht“ und schickt mich mit der Aufforderung „na hol Dir doch was“ noch mal ans Buffet. Diesmal gehe ich an die Warmtheke.
Kohlrabi mit Veggiebällchen, Lauchgemüse, Kartoffelgnocchi auf Champignonscheiben und Risotto ist die Auswahl. 314g mit 5,31€. Das Essen schmeckt gut, das Lauchgemüse lecker, die Kartoffelgnocchi sind fluffig aber eher pappig-Kartoffelbrei-wie zerkochter Kloß- als ein Anflug von Gnocchi. die Veggiebällchen schmecken wie aus zu festem Hack, haben wohl Gerste/Graupen als Basis. Offen gesagt ist es für mich fraglich, warum man vegetarisch dann unbedingt versucht, Fleisch oder Würste nachzumachen - alles, was ich auf dem Sektor probiert habe (incl. Weißwurst) ist kein Ansporn, Vegetarier zu werden, ein teures Surrogat – das mich eher bestärkt, Carnivore zu bleiben.
Fazit: Gutes Essen – nicht überteuert, Aber auch die gut 300g sind bei mir für den holen Zahn (jetzt ein… s.o. .). Minimale Personaldecke, Selbstbedienung und die Bestuhlung in Reihen angeordneter Tische machen das Lokal zur Mensa mit Goldgrubenflair. Ambiente ist was Anderes. Als das Restaurant neu öffnete gab es mehr Personal, weniger Stühle, gab es etwas Atmosphäre. Die Galsteller sind in die Jahre gekommen – die Veggie-tarier sind alltäglich – (und vermutlich sehr hungrig – siehe 3ter Gabelzinken). Dennoch – bei Gelegenheit werde ich gerne wieder kommen.